Tag 194: Siebzehn Jahr…

Ich hatte gestern auf einer Familienfeier mal wieder eine interessante Unterhaltung über die Shoppingdiät, das Vegetarierdasein und unsere böse, böse Welt. Allerdings mit einem kleinen Unterschied zu sonst: Gesprächspartnerin war meine gerade mal 17-jährige Nichte (naja, angeheiratete:-), die schon seit 8 Jahren auf Fleisch verzichtet und sich seit ein paar Monaten komplett vegan ernährt. Halleluja! Als ich das vor ein paar Monaten mitbekommen habe, war ich eher besorgt, denn vegan bedeutete für mich immer Askese. Bisher hab ich nämlich nur Veganer kennengelernt, denen man am liebsten über den Kopf streicheln möchte, damit sie wenigstens mal ganz kurz ein bisschen Spaß im Leben haben. Und gerade bei so jungen Mädchen (sorry Amelie:-) kann das ja schnell in eine kleine oder große Magersucht umschlagen.

Aber als sie ihre Beweggründe erzählte, klang das gar nicht nach Askese und kleinem Mädchen, sondern ziemlich erwachsen und vernünftig. Und ganz toll finde ich, dass sie auch ihre Freunde und Mitschüler zum Umdenken anregt – drei ihrer Klassenkameradinnen sind wohl auch gerade Vegetarier geworden. Ich hoffe, sie bleibens und bringen damit auch wieder was in Gang. Denn genau das braucht’s, Botschafter der guten Sache, überall!

Ich hingegen habe gestern was beschlossen, was ich schon lange vorhatte: im Oktober ernähre ich mich auch komplett vegan. Bisher wollte ich das eher aus Anti-Gründen machen und beweisen, dass vegan Blödsinn ist. Aber wer weiß, vielleicht ist das ja total easy-pisi und gesund und entgiftend und befreiend und so. Allerdings weiß ich jetzt schon woran ich scheitern: Schokolade steht dann ja auch auf der Black List. Blöd. Ziemlich.

Tag 138: Vergib mir, ich habe gesündigt…

Natürlich war ich nicht shoppen. Obwohl ich zugeben muss, dass mich das Mango-Paket meiner Kollegin gestern ein wirklich bisschen neidisch gemacht hat. Aber pfff, wer braucht schon neue Klamotten, wenn er so tolle Schrankleichen hat? Warum ich mir die heutige zugelegt habe, kann ich beim besten Willen nicht erklären. Irgendwas fand ich wohl gut daran. Bloß was? Gekauft hat sie mir meine Mutter bei einem unserer jährlichen Shoppingausflüge. Die ergeben sich spontan so ungefähr einmal im Jahr, wenn ich mal ein paar Tage länger zu Hause in der badischen Heimat bin und haben eigentlich meistens ganz gute Ergebnisse. Dieses hier – mhm. Schnitt schlecht, Farbe naja, Einsatzmöglichkeit extrem beschränkt. Daher hatte ich die Tunika oder wie auch immer man das Teil nennen mag so ungefähr zwei oder drei Mal an. Heute, am Vatertag hab ichs rausgekramt und weil eben nicht ich sondern die Herren der Schöpfung im Mittelpunkt stehen, kann ich ruhig ein bisschen kacke aussehen.

Ach ja, wie ich gesündigt habe? Ich hab Fleisch gegessen. Und zwar weder ein supertolles yummy-Steak noch vom Biobauernhof meines Vertrauens (gefunden: Hermannsdorfer!), sondern ein Nudelauflauf mit Hackfleisch. Den hat ein guter Freund gestern für mich und zwei andere gute Freunde gekocht und wusste nicht, dass ich Vegetarier bin. Da es 1. nix anderes gab und es mir 2. auch ziemlich leid um seine Mühe gewesen wäre, habe ich zugeschlagen. Mit schlechtem Gewissen. Aber lecker war’s trotzdem…