Tag 290: Bye bye vegan…

Ich habs nicht geschafft, no vegan any more. Vielleicht hab ich mich nicht genug angestrengt, vielleicht war das Timing nicht ideal (neuer Job und neue Ernährungsgewohnheiten, die sich mit gemeinsamen Lunchpausen nicht ganz vereinen lassen, passen einfach nicht so gut zusammen), vielleicht ist das aber auch nur machbar, wenn man es wirklich ganz doll will. Und obwohl ich es nicht in Ordnung finde, was zum Beispiel Milchkühe alles durchmachen müssen, ich wollte das nicht ganz doll. Mein Geist war willig, mein „Fleisch“ schwach, sozusagen. Tatsächlich habe ich mir eigentlich das bewiesen, was meine eigentliche Motivation Anfang des Jahres war, als die Idee zum Vegan-Monat aufkam: Nämlich zeigen, dass so zu leben keinen Spaß macht und nur mit ganz großen Einschränkungen machbar ist. Damals allerdings fand ich eine vegane Lebensweise noch sehr albern, extrem, übertrieben und spaßbefreit. Inzwischen finde ich sie sehr löblich und ziehe den Hut vor jedem Veganer, der das durchzieht und trotzdem Spaß am Leben hat. Für mich allerdings funktionierts nicht, es tut mir nicht gut, wenn ich mir zu viele Gedanken ums Essen mache, dann bin ich unentspannt und mir fehlt die Leichtigkeit. Und ich finde, dass diese Ernährungsweise nur bedingt gesellschaftsfähig ist – in unserer zumindest. Aber wie gesagt, wahrscheinlich wollte ich es einfach nicht genug…

Was mich allerdings ein bisschen ankekst: Das ist schon die zweite Ernährungs-Challenge, bei der ich versage. Treue Leser der ersten Stunde erinnern sich an meinen No-Chocolate Versuch vor Ostern, den ich nach rund zehn Tagen statt vier Wochen aufgegeben habe. Klare Schlußfolgerung: Auf weitere Experimente in diesem Bereich verzichte ich in Zukunft. Gut für mein Ego, dass immerhin die Detox-Woche so prima geklappt hat! Dazu gibt’s auch demnächst noch einen Bericht, das ist nämlich in der Tat sehr empfehlenswert!

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Tag 278: Ätzend!

Ganz ehrlich, heute an Tag 4 geht mir das Vegan-Projekt total auf die Nerven. Zwar habe ich ganz stolz einen halbwegs leckeren Apfelkuchen ohne Eier hinbekommen, den ich als Einstandskuchen mit ins Büro bringen und meinen nachmittäglichen Süßhunger erstmal damit bekämpfen konnte. Erstmal, denn ich hab trotzdem riesen Appetit auf alles mögliche, und zwar alles mögliche MIT Eiern, Milch, Quark. Das Ergebnis des Verzichts: Ich habe gerade eine halbe Packung vegane Gummibärchen verdrückt und weil das nicht die gewünschte Befriedigung brachte, viel zu viele Nüsse gleich noch obendrauf. Mit Sicherheit keine gute Kombi, kalorien-, figur- und hauttechnisch gesehen, aber was soll ich machen. Hoffentlich ist das morgen wieder vorbei, denn wenn das Projekt Vegan mit ein paar Kilo mehr auf der Waage endet, dann hat’s so oder so versagt. Aber wahrscheinlich ist es wie mit allem anderen auch: Aller Anfang ist eben schwer. Grrrrrrr.

Tag 276: Fazit erster Vegan-Tag

Im Großen und Ganzen: Ganz gut überstanden, würde ich mal sagen. Nach dem Verzicht auf die lecker Mini-Croissants, war ich Mittags mit meinen Kolleginnen beim Italiener, wo gleich die nächste Herausforderung auf mich wartete. Ein Blick auf die Speisekarte und schnell war klar, außer einem Beilagensalat oder Pasta mit Tomatensauce ist hier nicht viel zu holen. Schließlich landete ich bei Pizzabrot und Salat und war nur ein bisschen neidisch auf die leckeren Pizzen der anderen.

Veganen Käse für abends hab ich auch noch aufgetrieben und damit zwei Raclettepfännchen befüllt. Das allerdings hätte ich mir fast sparen können, denn, also, nun ja, ein kulinarischer Hochgenuss ist was anderes. Ganz ehrlich verzichte ich dann lieber ganz. Der richtige Raclette-Käse meiner Mitspeisenden roch soooo gut und mein pflanzliches Irgendwas, schmolz erst mal gar nicht richtig und schmeckte dann einfach nach gar nix. Aber Kartoffeln und Gemüse ist ja auch ganz lecker :-(. Noch einen kleinen Rückschlag gabs beim Nachtisch, den Veggie-Joghurt-Gums, die zwar auf tierische Gelatine verzichten, aber natürlich jede Menge Joghurt-Bestandteile haben. Wie der Name an sich schon sagt… Bisschen blöd.

Ganz interessant nach Tag 1: Das Essen an sich finde ich überhaupt nicht dramatisch, die Orga drum rum und das komplizierte daran geht mir noch etwas auf den Wecker. Aber daran gewöhnt man sich und wahrscheinlich muss ich in ner Woche den Bäcker auch nicht mehr fragen, ob die Brötchen vegan sind, weil ich das dann schon weiß! Also, weiter geht’s, 29 Tage to go!

Tag 275: Aller Anfang…

ist bekanntlich schwer und warum sollte das Experiment Vegan-Oktober eine Ausnahme sein. Kaffee, Frühstück natürlich kein Problem, denn ich habe schon länger auf Mandelmilch umgestellt, zu Hause zumindest. Die schäumt wunderbar und ist ein bisschen süßlich und viel leckerer als Sojamilch. Im Büro dann das erste Hindernis, eine Kollegin brachte nämlich Mini-Croissants für alle mit und ich hab gleich mal den schönen Satz „Mhm, danke lecker. Leider kann ich das nicht essen, da ich einen Monat vegan mache“ gesagt hab. Klingt ziemlich uncool, finde ich und wenn jemand einen besseren drauf hat, freue ich mich über Tips!

Die Herausforderung des Tages allerdings: Ebendiesen veganen Käse finden. Der Biomarkt meines Vertrauen führt keinen (zu wenig Nachfrage), der riesen Basic-Markt, zu dem ich extra deswegen gefahren bin, nur zwei Sorten Grillkäse (vielleicht stellen die ihr Sortiment ja demnächst um, denn wer braucht schon Grillkäse im Oktober?). Aber: Meine Freundin Conny aus Berlin ist zu Besuch und sie hat heute Geburtstag und zum Geburtstag soll’s was tolles zum Essen geben, Raclette nämlich. Nur weil ich mich ein wenig vegan-schinde, müssen andere ja nicht auch leiden. Und schließlich habe ich einen Vegan-Shop in München aufgetrieben, der sogar eine sehr große Auswahl veganen Käse führt und so werde heute Abend hoffentlich geschmackvolle Raclette-Pfänndchen befüllen können. Ich werde berichten, wie das Zeug geschmeckt hat 🙂

Übrigens wartet der hessnatur Cardigan noch auf seinen ersten Einsatz. Zum Dirndl gestern war er leider nicht tragbar, aber diese Woche will ich ihn mal ausführen. Jemand Ideen, wie ich ihn irgendwie cool stylen kann?

Tag 271: Challenge accepted!

Nun gut, wenn man sich einmal in diese Vegan-Welt reingewühlt hat, erscheint das Projekt doch wieder ganz einfach. Es gibt hundertausende Vegan-Blogs, Vegan-Onlineshops, Vegan-Foren, die mit jeder Menge Tips, Rezeptideen, Infos und Ansichten zur Verfügung stehen – scheinbar ist vegan total Trend. Und klar ist auch: Vegan ist nicht nur ein Ernährungsprinzip, vegan ist eine Lebenseinstellung. Allerdings: Irgendwie nicht meine. Vielleicht bin ich zu banal, vielleicht mache ich mir darüber zu wenig Gedanken, aber ich finde es generell schon ok, Tiere zu essen und tierische Bestandteile zu benutzen. Das war schon immer so und „fressen und gefressen werden“ hat für mich durchaus einen Sinn. Denn nur, weil wir heute schlauer sind und mehr Möglichkeiten haben als unsere Vorfahren, heißt das für mich nicht automatisch, dass wir das nicht mehr tun dürfen. Ok finde ich allerdings nicht, wie wir mit den Tieren umgehen, damit wir sie essen oder ihre Erzeugnisse benutzen können und eben aus diesem Grund bin ich Vegetarierin und versuche, meinen Milch-Konsum in Grenzen zu halten.

Der Vegan-Monat hingegen ist für mich eine Herausforderung, den sehe ich ganz sportlich. Ich will wissen: Wie kann man auf so viele leckere Sachen verzichten und trotzdem Spaß im Leben haben? Mich nervt es ja schon, wenn ich Leuten erklären muss, warum ich die Salami von der Pizza pule, wenn der Pizzabäcker sie fälschlicherweise drauf gelegt hat (auch wenn ich mich hier immer wieder frage, ob es dann nicht besser wäre, sie zu essen. Das Kind ist ja schon in den Brunnen gefallen und wegschmeißen macht das nicht besser. Oder?). Aber vegan? „Nee, sorry, für mich kein Stück Kuchen, ich bin Veganerin“ oder „Oh danke, ich liebe Gummibärchen. Aber ich kann sie leider nicht essen, ich bin Veganerin“. Vielleicht auch „Du brauchst mir keinen Milchkaffee mitzubringen, ich bin Veganerin“ oder sogar „Eisessen hört sich fantastisch an, aber es gibt leider kaum veganes Eis“. Klingt nicht gerade nach allzu viel Spaß. Aber ich lasse mich natürlich gerne eines besseren belehren. Denn dass ein Jahr nicht-shoppen regelrecht Spaß machen könnte, das hätte ich schließlich auch nicht gedacht! Also, challenge accepted!