Tag 305: Ingwer und Zitrone

Ingwer und Zitrone sind seit Montag meine besten Freunde, mich hat’s nämlich erwischt. Nachdem ich eine zeitlang trotz jeder Menge Kranke um mich rum mit Gesundheit gestrotzt habe, melden sich nun Bronchien, Hals, Kopf, Glieder, schön alles zusammen. Daher habe ich auch keine Zeit zum Stricken oder Häkeln, was zwar so langsam Gestalt derart annimmt, dass ich irgendwelche Maschen hinkriege. Einen Schal oder irgendein Kleidungsstück wollte ich damit dennoch noch nicht fertigen, „schön“ ist nämlich was anderes. Aber, Übung macht ja bekanntlich den Meister und vielleicht schaffe ich ja bis Weihnachen immerhin ein Irgendwas.

Dazu habe ich einen tollen Tip von meiner Freundin Steffi bekommen, den ich bestimmt mal ausprobieren werde: Die Wolle „Bravo Big“, die auf der Innenseite der Banderole gleich die Anleitung für einen Loopschal enthält.

Quelle: Schachenmayr Wolle

Aufmunternd schrieb Steffi: „Generell ist so ein Schal sehr einfach zu stricken. Man muss nur linke und rechte Maschen können und wissen, was ein Umschlag ist, wie man die Maschen ganz am Anfang auf die Nadel bekommt und am Ende des Schals abkettet.“ Äh bitte was?! Linke und rechte Maschen krieg ich eventuell langsam hin, aber vom Rest verstehe ich nicht mal Bahnhof.

Für Fortgeschrittene gibts von Bravo Big auch noch tolle Sets. Dieses hier finde ich echt ziemlich toll und irgendwann, irgendwann wage ich mich da dran. Als Geschenkidee für Weihnachten 2013.

Quelle: Fischer Wolle

Tag 302: Strickliesl. NOT!

Wer hätte es gedacht, aber mein handwerkliches Talent scheint beim Stricken und Häkeln noch weniger vorhanden zu sein als beim Nähen. Da versagt selbst die gute eliZZZa, die auf Ihrer Webseite Anleitungsvideos á la Stricken for Dummies ins Netz gestellt hat. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen: Geduld ist auch nicht gerade eines meiner ausgeprägtesten Talente, ich träumte natürlich schon wieder groß. Von mindestens einem Schal, den ich seit Freitag fertiggestrickt haben würde, zweifarbig, versteht sich. Und nicht von ersten Häkel- oder Strickreihen, die nach ungefähr 20 Jahren Wollarbeits-Abstinenz wieder und wieder geübt werden müssen. Das Gute daran: Anders als beim Nähen kann man Misversuche immerhin ganz leicht wieder auftrennen und ungeschehen machen, weshalb der Materialschwund bei Talentfreiheit nicht ganz so gravierend ist.

Und zu meiner weiterführenden Vertreidigung muss ich sagen, dass die Beratung im Wolladen auch eher semi-gut war (Ja! Die sind schuld!). Anfängern Wolle der Stärke 10 zu geben – da wird schon sehr viel Talent vorausgesetzt. Am Freitag Mittag hätte ich mit diesen Angabe freilich noch gar nichts anfangen können, Stärke 10, what? Aber heute, nach zwei Tagen Auseinandersetzung mit Wollschwaden, durch die man mehrfach hindurchstechen kann, weiß ich großspurig: Wolle und Nadeln in Stärke 10 ist eher Lego Tech als Duplo, my ass! (Danke Leser Tom für diese passende Metapher.)

Mein Ehrgeiz schwankt zwischen „F*ck you selbstgestrickter Schal“ und „F*ck you Strickniete, ich werd schon noch zur Strickliesl!“. Mal sehen, was der Dezembersamstag im Oktober heute noch mit sich bringt, wenn ich zwischen Schneeballschlacht, Schneemannbauen und Schlittenfahren noch ein wenig Zeit habe, wage ich vielleicht ein paar neue Reihen Stricken für Anfänger…