Spaßbefreiter I-am-so-healthy-und-mega-gesund-Januar

Der Januar ist ja so ein Monat. Ein Monat des Anfangs, der Hoffnung, der Freude und der guten Vorsätze. Diät-Anbieter, Fitness-Studios und die gesamte Gesundheitsindustrie machen im Januar wahrscheinlich den Großteil ihres Jahresumsatzes, und nachdem ich mich jahrelang vor guten Vorsätzen gedrückt habe (oder einfach keine hatte, da ich mit allem eigentlich so ganz zufrieden war), bin ich in diesem Jahr volle Lotte dabei. Gleich drei Mega-Challenges gebe ich mir, und auch wenn ich ziemlich sicher bin, dass sie von vornherein zum Scheitern verurteilt sind und irgendwie nicht so die „Hey, wir leben im Moment-Welle“ reitet: der Januar 2015 wird mein Monat der vollen Gesundheits- und Fitness-Dröhnung. Denn er ist der Anfang eines ganz sicheren Bomben-Mega-Superjahres und ich bombardier ihn mit guten Vorsätzen, dass es nur so kracht. Nämlich:

1. No Alcohol:
Jawollja, der Dezember hatte es ein bisschen in sich, was den Genuss von C2 H5 OH angeht. Zu viele Gelegenheiten und zu wenig Gründe, sich denen zu verwehren. Mit dem Ergebnis, dass der DaswirdeinMegaJahr2015-Neujahrs-Anstoß-Schampus gar nicht mehr so wirklich geschmeckt hat. Daher: 0,0 Promille im Januar for me.

NoAlk

2. Jeden Tag Sport:
Yes. Direkt am Neujahrs-Morgen nach viel zu wenig Schlaf in die Tat um gesetzt, dieses Vorhaben, oder naja sagen wir, begonnen: Ich war nämlich endlich mal wieder Laufen. Trotz fünfzig Zentimetern Schnee, minus 5 Grad und leichter Angst vor geplatzten Lungenbläschen. Ach und wie sehr ich Laufen vermisst habe (trotz Angst vor geplatzten Lungenbläschen). Ich hoffe so sehr, dass meine geschundenen Knie, die der Grund für meine längere Lauf-Abstinenz sind (und dummerweise wirklich keine Ausrede) zumindest einen Lauf pro Woche aushalten. Ein kleines Läufchen pro Woche an frischer Luft durch unsere ja ach so wunderschöne, idyllische Seegegend. Das wäre schon fein.

Sport

Und da einmal die Woche nicht jeden Tag ist, gebe ich mir an den anderen das 7-Minutes-Workout, das im Frühjahr 2013 in England in aller Munde war. Das ist nämlich genial: Sieben Minuten Sporteln und alle Fitnessstudio-Besuche, Joggingstrecken oder Zumba-Hops-Stunden sind hinfällig (najaaaaa, ich habs schon öfter mal gemacht und dabei nicht so das mega yeah-Feeling wie nach einer Stunde Laufen oder Schwimmen, aber durchaus das, etwas getan zu haben.). Und da ich leider auch nicht immer 7 Minuten am Tag übrig habe, zählt zu Jeden-Tag-Sport auch, wenn ich zwei Sonnengrüße oder ein paar Bauchübungen oder wenigstens irgendwas mache, das in den Bereich körperliche Ertüchtigung fällt. Tschakka.

3. Kein Zucker.
Puh, last but not least der vermutlich schwierigste healthy-Vorsatz: no sugar in January. Ich bin nicht gut im Verzichten und wenn ich irgendwas nicht darf, dann will ich es erst recht. Ihr könnt mir ne Packung Schokolade vor die Nase stellen und sagen, ich soll sie aufessen, dann will ich sie wahrscheinlich gar nicht so. Wenn ich sie aber nicht haben darf, verputze ich sie, so schnell könnt ihr nicht mal blinzeln. Aber: Gleich zwei vertrauensvolle Stellen rieten mir zu einer Darmsanierung. Nicht so mega aufwändig vom Arzt oder Heilpraktiker begleitet – auch wenn das natürlich noch besser wäre und die Durchhalte-Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches erhöhen würde – aber mit Darmflora-aufbauenden-Mittelchen aus der Apotheke und dem Verzicht von Zucker. Der ist nämlich nicht gut für die Darmflora. Und für vieles andere auch nicht. (Dummerweise hab ich das gestern Abend vergessen als ich gleich drei Kinder Countrys verdrückt habe (aberaberaber das war mein Abendessen. Weil ich beim richtigen Abendessen brüllende, zickige und halb kranke Trotzkinder ins Bett bringen und stundenlang besingen und beruhigen musste und der Besuch keine Lust hatte, stundenlang auf sein Abendessen zu warten)). Mhmpf.

Nosugar

So liebes Jahr 2015: ERIK und I-am-so-healthy-und-mega-gesund-Januar, wenn das mal nicht ein Start für ein Superjahr sind, dann weiß ich auch nicht. Auch wenn es zugegeben nach einem recht spaßbefreiten klingt. Egal, Opfer müssen sein und ich finde, nach dem letzten, irgendwie doch ziemlich durchwachsnenem haben wir ein echtes Superjahr wirklich verdient. Und ihr alle auch. Have a happy one everybody!

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Tag 133: Die Welt ist schlecht…

… hinterhältig und gemein
* AHA, AHA
Wollt ihr die Wahrheit hören
* NEIN

Heute musste ich mal wieder an dieses Lied von Fettes Brot denken, denn so isses einfach. Nicht nur die Modewelt ist schlecht, hinterhältig und gemein sondern die ganze große gesamte Welt. Einmal angefangen, entdeckt man überall fiese Machenschaften, Ausbeute und Armut. Was bei mir leider immer wieder dazu führt, dass ich gar nicht erst anfange, sondern weggucke, ich ertrage so viel Böses einfach nicht. Aber natürlich ist das ist natürlich auch keine Lösung.

Aktueller Anlass für diesen Post ist ein auf den ersten Blick recht harmloses Thema: Sport. Als riesengroßer Sportfan und ehemalige Leistungssportlerin war ich damals untröstlich, als ich meinen olympischen Traum begraben musste. Und seit ich eine Tochter habe, habe ich große Hoffnungen, Olympia 2026 immerhin als Angehörige im olympischen Dorf zu erleben (kleiner Scherz!). Heute auf DLF dann ein passender Beitrag über Doping, Bestechung und viele weitere dunkle Seiten der Spiele mit dem Motto „Dabei sein ist alles“ und mir wurde mal wieder so klar: Selbst Sport ist inzwischen so böse. Natürlich auch das keine neue Erkenntnis, aber heute gabs mal wieder die Ohrfeige ins Gesicht. Und ich wurde sehr traurig, denn wenn ich mal drüber nachdenke, fällt mir kein einziges Massenthema ein, das nicht böse ist. WENN man hinblickt, ist alles schlecht, hinterhältig und gemein und die Wahrheit will ich wirklich oft nicht hören (ganz Recht gehabt, Fettes Brot!). Vielleicht, vielleicht bin ich aber auch gerade negativ geblendet und außer Urlaub auf Balkonien gibt es noch viele andere saubere, schöne, heile Welt Dinge? Hoffentlich? Irgendwo? Any ideas anyone?