Tag 120: Verpass-Panik

Ich lese jeden Monat ungefähr 40 verschiedene Zeitschriften, das muss ich jobbedingt. „Lesen“ sieht so aus: In meiner Mittagspause, während ich mir schnell einen Salat oder was anderes zwischen die Zähne schiebe oder wenn ich jemanden anrufe und darauf warte, dass derjenige abnimmt oder wenn ich mir einen Kaffee mache und die Milch in der Mikrowelle warm wird oder eigentlich immer, wenn ich mal zwei Minuten Zeit habe, blättere ich Zeitschriften durch. Dabei scanne ich, ob etwas von unseren Kunden veröffentlicht wurde und informiere mich über die neuesten Trends, Promigeschichten und alles, was man sonst noch so wissen muss. Natürlich entdecke ich dabei auch immer wieder Sachen, die ich nicht nur mal eben kurz überfliegen möchte und schleppe diese Zeitschriften dann mit nach Hause um mich in einer ruhigen Minute (haha!) intensiver damit zu beschäftigen.

Natürlich habe ich gar nicht so viele ruhige Minuten, in denen ich mich intensiver mit rund 20 Magazinen im Monat beschäftigen kann und so tummeln sich auf meinem Nachttisch riesige Zeitschriftenberge. Hin und wieder, meistens wenn mein Mann einen seiner „hier siehts aus wie im Saustall“-Anfälle bekommt (über den jeder unserer Besucher nur mitleidig den Kopf schüttelt, denn bis auf die Zeitschriften- und ein paar ganz kleine Klamottenberge im Schlafzimmer ist es bei uns eigentlich immer superduper ordentlich), schmeiße ich jede Menge „ungelesene“ Exemplare weg oder bringe sie zurück ins Büro. Begleitet von einer Riesenpanik, denn ganz sicher habe ich mir soeben den Schlüssel zur Weisheit verbaut, den Schlüssel zu einem entspannten, glücklichen, ausgeglichenen Leben ohne Falten oder Cellulite, dafür mit jeder Menge Spaß, tollen Reisen, viel Geld und sowieso jeder Menge schönen Dingen, die alle ganz ökomäßig und fairtradig hergestellt und trotzdem hübsch sind. Alles Dinge, die ich haben könnte, wenn ich doch nur einfach mehr Zeit hätte, diese Zeitschriften zu lesen. Nun arbeite ich schon bald zehn Jahre in diesem Job und glaube trotzdem, dass die wissen wie’s geht. Hmh. Darauf erst mal ein Spaghettieis. (Ist low-carb und total gesund – der Beweis dafür stand mit Sicherheit in einer der Zeitschriften, die leider nicht mehr auf meinem Nachttisch liegen. Mist.)