Tag 138: Vergib mir, ich habe gesündigt…

Natürlich war ich nicht shoppen. Obwohl ich zugeben muss, dass mich das Mango-Paket meiner Kollegin gestern ein wirklich bisschen neidisch gemacht hat. Aber pfff, wer braucht schon neue Klamotten, wenn er so tolle Schrankleichen hat? Warum ich mir die heutige zugelegt habe, kann ich beim besten Willen nicht erklären. Irgendwas fand ich wohl gut daran. Bloß was? Gekauft hat sie mir meine Mutter bei einem unserer jährlichen Shoppingausflüge. Die ergeben sich spontan so ungefähr einmal im Jahr, wenn ich mal ein paar Tage länger zu Hause in der badischen Heimat bin und haben eigentlich meistens ganz gute Ergebnisse. Dieses hier – mhm. Schnitt schlecht, Farbe naja, Einsatzmöglichkeit extrem beschränkt. Daher hatte ich die Tunika oder wie auch immer man das Teil nennen mag so ungefähr zwei oder drei Mal an. Heute, am Vatertag hab ichs rausgekramt und weil eben nicht ich sondern die Herren der Schöpfung im Mittelpunkt stehen, kann ich ruhig ein bisschen kacke aussehen.

Ach ja, wie ich gesündigt habe? Ich hab Fleisch gegessen. Und zwar weder ein supertolles yummy-Steak noch vom Biobauernhof meines Vertrauens (gefunden: Hermannsdorfer!), sondern ein Nudelauflauf mit Hackfleisch. Den hat ein guter Freund gestern für mich und zwei andere gute Freunde gekocht und wusste nicht, dass ich Vegetarier bin. Da es 1. nix anderes gab und es mir 2. auch ziemlich leid um seine Mühe gewesen wäre, habe ich zugeschlagen. Mit schlechtem Gewissen. Aber lecker war’s trotzdem…

Tag 137: Schrankleiche No.3

Warum die heutige Schrankleiche zu einer wurde, weiß ich auch nicht so genau. Vermutlich, weil das gute Stück (Hose) sehr figurbetont ist und man einen guten Tag erwischen muss, um sich in ihr wohl zu fühlen. Scheinbar ist heute ein solcher, denn ich mag mich in ihr trotz Hello Hängehintern statt Hallöchen Popöchen. Und: sie zeigt mir, dass es sich durchaus lohnt, im Kleiderschrank zu stöbern und Dinge rauszukramen, die eigentlich nicht zu den every day favorites gehören. Schon wieder eine Erkenntnis, meine Güte werde ich durch das Diäten, Mixen und Selbstbestrafen noch schlau…

Die Schuhe waren übrigens Schrankleichen meiner besten Freundin, die sie mir bei ihrem Umzug nach England überlassen hat. Auch bei mir lagen sie lange nur im Schuhschrank, aber jetzt entdecke ich sie gerade wieder – meine Ballerinas kann ich nämlich gerade nicht mehr sehen. Und Schuhsseccoires find ich grad ganz cool.

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Tag 134: Schrankleiche II

Heute fühl ich mich schon ein bisschen wohler mit meinem Schrankleichen Outfit. Obwohl natürlich auch dieser Kauf sehr unvernünftig war und bisher so gut wie nie getragen wurde. Aber: Als ich zum ersten Mal nach der Geburt vom Minimädchen beim Friseur und in der Stadt war, wollte ich am liebsten ALLES kaufen. Das war natürlich weder finanziell noch figurtechnisch möglich und so griff ich neben einem nudefarbenem Blazer, zu diesem Teil, das so weit und unvorteilhaft ist, dass es post-natale Bauchschwabbeleien wunderbar kaschiert. Allerdings, wenn in der Bauchgegend doch irgendwann wieder halbwegs so ist wie es sein soll, hängt diese Tunika nur noch wie ein Sack an einem herunter. Außerdem ist die Spitzenborte ziemlich billig und sieht leider auch so aus. Und da H&M die Läden letztes Jahr mit diesem guten Stück überschwemmt hat, lief jede, die entweder auch Schwabbeleien vertuschen wollte oder sonst nicht viel Geschmack hat, mit dem Ding rum. Nun ja, Strafe muss sein und darum trage ich es heute. Aber dennoch, irgendwie besser als gestern – obwohl meiner Nachbarin mein „flottes“ Outfit extrem positiv aufgefallen ist. Tss, so viel zu Eigen- und Fremdwahrnehmung…