Tag 114: Black is(n’t) beautiful

Tolle Idee war das mit dem Jeansfärben. Wirklich hervorragend. Mal wieder. Allerdings, 4,95 EUR Invest in die Simplicol Textilfarbe war mir die Aussicht auf eine schwarze Jeans wert – auch wenn ich mich selbstverständlich gefragt hatte, ob man eine dunkelblaue Jeans schwarz färben kann. Jetzt weiß ich es sicher: Man kann nicht. Try and Error. So sah das Exemplar vorher aus:

Und so nach dem Verschleudern von 500g Salz und schwarzer Pampe (wie sich der Versuch auf meine Ökobilanz auswirkt, will ich erst gar nicht wissen):

Eindeutig dunkler, um einiges sogar. Aber halt nicht schwarz. Bei weitem nicht schwarz. Aus der Traum, bye bye tolle Outfits mit schwarzer Skinny, dieses Jahr wirds nix mit uns. Aber: Was wäre ein shoppingfreies Jahr ohne Verzicht? Und da sich das Nicht-haben-können der vielen vielen schönen Sachen, die ich täglich entdecke schon gar nicht mehr so schlimm anfühlt, macht es auch nix, wenn ich noch ein Must-Have weniger im Schrank habe. Nur, wie toll hätte mein Jeanshemd dazu ausgesehen… und die nude-Oberteile.. und die pinke Tunika. Und und und… naja.

Tag 110: LOST – Die Geschichte eines Must-Haves

Es war einmal ein 26-jähriges Mädchen, das sich eines schönen Frühlingstags eine Jeansjacke kaufte. Das Mädchen liebte diese Jeansjacke und trug sie einige Jahre lang im Sommer beinahe jeden Tag. Irgendwann änderte sich sein Geschmack und die Jacke war nicht mehr so angesagt. Aber das Mädchen wusste, irgendwann würde ihre Zeit wieder kommen und natürlich behielt es Recht, ein bisschen durchschaubar ist Mode ja doch.

Ein paar Jahre später, das Mädchen war mittlerweile Anfang 30, war es soweit und es kombinierte die Jeansjacke am liebsten zu Maxi-Kleidern, Shorts oder Chinos. Und zum Dirndl zu allerlei Anlässen – so auch an einem besonders heißen Septembertag auf dem Oktoberfest. Weil es trotz reger Flüssigkeitszufuhr eher schwitzte als frierte, legte das Mädchen die Jacke neben sich auf die Bierbank. Als es das Fest nach ein, zwei kleinen Gläschen verließ, war es immer noch sehr warm und so merkte das Mädchen erst auf dem Heimweg, dass es die Jeansjacke nicht mehr bei sich hatte. Natürlich war die ungewöhnlich hohe Lufttemperatur Ende September der einzige Grund für dieses Fauxpas. Und obwohl das Mädchen zurück ging, alles absuchte und jede Bedienung fragte, konnte es die Jacke nicht wiederfinden. Sie war weg, verloren, LOST.

Jetzt, ein halbes Jahr später ist das Mädchen immer noch in Trauer. Salz in die Wunde streuen alle, wirklich alle Lifestyle Magazine: Sie bestimmten die Jeansjacke zum Must-Have der Saison. Und da das Mädchen in diesem Jahr nichts einkaufen darf, wird es kein Must-Have der Saison haben. Oder der nächsten 10 Saisons. You are greatly missed, liebe Jeansjacke. Ich hab viel zu wenig Fotos von dir. Hoffentlich hat jemand anderes Freude an dir.