Tag 319: Zeichen?

Nein, es geschehen noch nicht Zeichen und Wunder, was meine Handarbeitsfähigkeiten angeht. Im Gegenteil, wenn ich auch nur ein kleines bisschen an Zeichen glaube, sollte ich eigentlich nie wieder eine Häkelnadel in die Hand nehmen. Gestern habe ich nämlich zu allem Übel Joghurt über meinen schon relativ fortgeschrittenen und häkeltechnisch ganz zufriedenstellenden Schal geleert. Auch das noch. Sollte ich vielleicht wirklich einfach meine Finger von Wolle und Co lassen? Beim Nähen stelle ich mich zwar auch nicht so viel besser an, aber eine Nadel habe ich mir immerhin noch nicht in den Nagel gerammt (absolute Horrorvorstellung!). Aber jetzt pappt Joghurt auf dem Schal, bei dem ich mir eigentlich nur wegen der Farbzusammenstellung nicht ganz sicher (beige und türkis), sonst aber ziemlich stolz auf den Fortschritt und meine doch nicht ganz unvorhandenen Fähigkeiten war. Joghurt, hallo, gehts noch? Ich habe den halbfertigen Schal natürlich so gut wie es ging gewaschen, aber ich glaube, er stinkt jetzt nach Brombeer-Pampe. Und ich beginne zu überlegen, was ich damit und den anderen fünf angefangenen Teilen mache. Geduld zeigen, weitermachen und an den Erfolg glauben? Oder die Zeichen deuten und mich auf 2013 vorbereiten, wenn ich nicht mehr darauf angewiesen bin, Dinge selbst zu machen, wenn ich was Neues haben will? Irgendjemand Vorschläge?

Tag 317: Zu doof!

Langsam frage ich mich wirklich, was ich falsch gemacht habe als der liebe Gott handwerkliches Talent verteilt habe. Wahrscheinlich habe ich mit meiner Nebensitzerin gequatscht und gekichert anstatt laut „hier“ zu brüllen und dementsprechend mau sieht es in diesem Bereich bei mir aus. Wobei ich sagen muss, dass ich sehr wohl in der Lage bin, mir auszumalen, wie die Objekte meines Schaffens aussehen würden – an der Kreativität scheitert es also nicht. Es ist tatsächlich einfach die Fingerfertigkeit, die mir fehlt. Das Ergebnis eines Wochenendes mit Handarbeitsslots während des Mittagsschlafs von Little Miss Sunshine: eine Rastafari- und eine Sandmännchen-Mütze, beide gehäkelt. Aber ich wollte eigentlich keine Rastafari oder Sandmännchen-Mützen häkeln, sondern ganz normale Mützen, vielleicht sogar mit Bommel und in jedem Fall tragbar.

Was ich falsch gemacht habe? Keine Ahnung. Wahrscheinlich war die Wolle zu dick (ich habe nämlich die Bravo Big Wolle für die Schlauchschals umfunktioniert, nachdem ich feststellen musste, dass ich die in zehn Jahren noch nicht hinkriegen werde und meine Geduld für so langes Üben nicht ausreicht), ich habe mich mit Sicherheit verzählt (zählen ist nämlich ein großer Bestandteil beim Stricken und Häkeln und nach einem 13-Punkte-Mathe-Abi hätte ich nicht erwartet, dass mich unter anderem das ins Knie zwingt) und Häkeln-lernen mit Youtube hat halt auch seine Grenzen.

Die Schlußfolgerung? Ich häkel jetzt einen Schal. Lacht ruhig. Aufgeben will ich aber noch nicht, was soll ich auch mit den Wollbergen anstellen? Wenn ich es aber irgendwann tue, hab ich folgenden Plan B: Dann lasse ich mir die Sachen von einer Oma stricken. Bei Biodeals gibt es gerade Gutscheine für myoma.de, dem tollen Start-up, die Schals, Mützen und andere Sachen von Omas stricken und häkeln lassen, Omas so eine Beschäftigung geben und außerdem mit jungen Leuten in Kontakt bringen. Kenne ich schon länger und finde ich super. Und dürfte ich jetzt schon shoppen, ich würde wahrscheinlich zuschlagen. Sicherheitshalber. Auch wenn ich sicher bin, dass mein Schal grandios wird. To be continued.