Mein Januar mit ERIK oder It’s never too late to get started

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Nein, wir haben immer noch keinen neuen Mitbewohner. Auch keinen Hund, keine Katze oder sonst irgendein Haustier. Und einen neuen Mann hab ich auch nicht. ERIK, vielleicht erinnert euch, ist die Blogparade von Melpidi, um Herr seiner Ziele und guten Vorsätze zu werden. Nachdem ich die im Dezember brav formuliert habe, ist es nun an der Zeit für ein erstes Zwischenfazit. Um es gleich vorweg zu nehmen und euch etwaige Enttäuschungen am Ende des Textes zu ersparen: So wahnsinnig viel ist (gelinde ausgedrückt) noch nicht passiert.

Aber der Reihe nach:

– Die Kinderzimmer verschönern. Ja stimmt, das will ich unbedingt. Irgendwie. Passiert ist hier noch null nada niente. Und wenn ich unsere Wochenendplanung so anschaue, wird das auch nix im Februar (das muss nämlich am Wochenende gemeinsam mit dem Mann passieren, denn mir obliegt nicht die Kompetenz, in dieser Wohnung eigenständig Bilder aufzuhängen. Das seiner Ansicht nach unverzichtbare Hantieren mit Wasserwaage und Abstandsmesser gehört nicht gerade zu meinen größten Talenten.). Aber März olé, du bist meine große Hoffnung für schöne Kinderzimmer.

– Bilder aufhängen in der restlichen Wohnung, und zwar jede Menge. Ähem, was soll ich sagen. Dieser Punkt ist immerhin so weit fortgeschritten, dass ich mir theoretische Gedanken gemacht habe, wo sich welches Bild sich wo besonders gut machen würde. Da wir aber in naher Zukunft (März!) planen, das Wohnzimmer ein wenig umzugestalten (motivierte Inneneinrichtungsprofis oder Architekten hurra, wollt ihr meine neue beste Freundin sein? Ich backe euch auch nen Kuchen?), bleiben auch diese Gedanken momentan noch in schöner Theorie.

– Überhaupt mehr Bilder und Fotos verwursteln. Genau, da war was. Ich habe einen Ort für die ganzen Fotos und Bilder definiert: Unsere Gästetoilette. Auf der sitzt man nämlich aus Mangel einer Abstellkammer momentan zwischen Wischmob, Besen und Putzlumpen und auch wenn man dort aufgrund schlechter Isolierung und fehlender Heizung sowieso nicht mehr Zeit als unbedingt nötig verbringen möchte, ein bisschen hübscher könnte es an diesem Örtchen schon sein. Daher kommen die Putzutensilien in naher Zukunft (März!) in den Keller (denn nein, ich kann sie nicht einfach runterräumen. Zunächst muss ein logischer Platz für ebendiese definiert und im Anschluss entsprechend equipped werden. Und ihr könnt raten, auch dazu habe ich nicht die entsprechende Kompetenz 🙂 ) und in der Gästetoilette werden Fotos aufgehängt. Denn an den Wänden ist richtig schön viel Platz.

– Sport. Oh Gott Sport. Der Januar startete so gut! Am Neujahrsmorgen ging ich in eisiger Kälte und trotz Schnee und Eis joggen, meine Knie überlebten dieses Experiment und auch in den folgenden Tagen schaffte ich es immer wieder auf meine Yogamatte oder zum Seven Minutes Workout. Bis, tja bis eine fiese Erkältung in meinem Körper einen gemütlichen Stamm fand (sagt man das so?) und sich dort über 14 Tage lang einnistete. Mein Kopf glich einem bubbly wobble und an Sonnengrüße oder Bewegung an sich war nicht zu denken. Irgendwann haben meine Schlachtrufe (und geeignete Mittel aus der Apotheke) diesen fiesen Schmarotzer zum Aufgeben bewegt, aber die Motivation, diese blöde Trulla, hat sich seitdem nicht blicken lassen. Immerhin war ich ein paar Mal Skifahren (und heieiei, ist das anstrengend!), war auf dem tollen tollen Yogawochenende und mache seitdem immerhin kurze Übungen um meine Oberschenkel skirurlaubstauglich (im März!) zu machen. Hier passt mal wieder eines meiner geliebten Zitate:

„You don’t have to see the whole staircase, just take the first step.“ 
Martin Luther King

Mini-Steps zählen bestimmt auch. Gell Martin.

– Lesen. Lesen. Lesen. Wasn das, lesen? So in etwa sieht der Stand der Dinge aus, zum Lesen bin ich überhaupt gar nicht gekommen. Weil mich noch kein Buch entdeckt hat, das den Anfang machen will und weil ich abends, nach dem Kinderinsbettbringen, wenn ich lesen könnte, in einen wachkoma-artigen Zustand weile, bis ich irgendwann selbst ins Bett krabbele. Das wird aber auch wieder besser (spätestens im März!) und dennoch brauche ich dringend noch Inspirationen. Wollt ihr mir helfen? Welches sind die Bücher, die euch so gefesselt haben, die ihr nicht mehr aus der Hand legen konntet? Verratet sie mir und dann will ich auch endlich mal wieder L-E-S-E-N.

– Häkeln! Ich habe mit Lenny begonnen. Und so sieht er momentan (seit Anfang Januar) aus:

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Ich spare mir mal weitere Kommentare.

– Nähen, klar. Nix nähen, klar. Meine Nähmaschine steht immer noch unausgepackt im Koffer, es gibt gerade kein Nähprojekt (und auch etwas wenig Zeit), weswegen ich den Drang verspüre, sie auszupacken. Wobei eine gute Freundin von mir gerade einen kleinen Baby Boy geboren hat und so ein paar kleine Babysachen eigentlich ein hervorragendes Projekt wären. Mal sehen. Ich werde berichten (sowieso).

– Gesünder essen. Ja doch. Endlich ein Punkt von ERIK diesem Hund, bei dem ich zumindest kleine Erfolgserlebnisse berichten kann. Auch wenn die Heilpraktikerin meines Vertrauens mir versicherte, dass der Totalverzicht auf Zucker nicht nötig wäre und ich sofort danach eine Tüte Gummibärchen vertilgt habe (Übertreibung ist ein Stilmittel!), im Großen und Ganzen war der Januar ernährungstechnisch ganz gut. Immerhin etwas!

– So viel wie möglich draußen sein. Naja, es ist halt Winter, ne? Und trotzdem waren wir eigentlich recht viel an der Luft, beim Ski- und Schlittenfahren, beim Spazierengehen am See und weil Mini-Man so gerne Schnee schippt. Und der Frühling, in dem wir noch viel mehr draußen sein werden, kommt ja erst noch (im März!).

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Tja ERIK, was soll ich sagen: Luft nach oben triffts wahrscheinlich am allerbesten. Aber das wird noch mit uns, da bin ich sicher. Spätestens im März.

PS: Ach, neben ERIK hatte ich mir noch den Spaßbefreiten I-am-so-healthy-und-mega-gesund-Januar auferlegt: Kein Alkohol, jeden Tag Sport, kein Zucker. Kein Alkohol, das hat immerhin geklappt. Yeah.

PPS: Sollte der Eindruck entstanden sein, mein Mann wäre ein besserwisserischer Klugscheißer, weil ich alleine hier eigentlich nichts machen darf, dann naja, versuche ich dem energisch zu widersprechen. Er würde sagen, er ist eben sehr ordentlich (was den Vorteil hat, dass er unsere Wäsche zusammen legt, weil ich das nämlich nicht richtig mache) und genau (und deswegen kümmert er sich auch noch um alles mögliche andere alltägliche). Zum Glück ist er daneben sehr liebenswert, so dass ich die Rolle als Nichstnutz und Statist (Übertreibungen sind Stilmittel) inzwischen sehr genieße. Fakt ist: Sport, Ernährung oder sonstige Vorhaben, die eine gewisse Konsequenz erfordern, bürgt er sich erst gar nicht auf, da er weiß, dass er daran scheitern würde. Lenny hingegen wäre bei ihm schon längst unser neuer Mitbewohner, weil er diesen unfertigen Zustand des armen Hasen kaum ertragen kann. Denn er ist eben sehr ordentlich.

Spaßbefreiter I-am-so-healthy-und-mega-gesund-Januar

Der Januar ist ja so ein Monat. Ein Monat des Anfangs, der Hoffnung, der Freude und der guten Vorsätze. Diät-Anbieter, Fitness-Studios und die gesamte Gesundheitsindustrie machen im Januar wahrscheinlich den Großteil ihres Jahresumsatzes, und nachdem ich mich jahrelang vor guten Vorsätzen gedrückt habe (oder einfach keine hatte, da ich mit allem eigentlich so ganz zufrieden war), bin ich in diesem Jahr volle Lotte dabei. Gleich drei Mega-Challenges gebe ich mir, und auch wenn ich ziemlich sicher bin, dass sie von vornherein zum Scheitern verurteilt sind und irgendwie nicht so die „Hey, wir leben im Moment-Welle“ reitet: der Januar 2015 wird mein Monat der vollen Gesundheits- und Fitness-Dröhnung. Denn er ist der Anfang eines ganz sicheren Bomben-Mega-Superjahres und ich bombardier ihn mit guten Vorsätzen, dass es nur so kracht. Nämlich:

1. No Alcohol:
Jawollja, der Dezember hatte es ein bisschen in sich, was den Genuss von C2 H5 OH angeht. Zu viele Gelegenheiten und zu wenig Gründe, sich denen zu verwehren. Mit dem Ergebnis, dass der DaswirdeinMegaJahr2015-Neujahrs-Anstoß-Schampus gar nicht mehr so wirklich geschmeckt hat. Daher: 0,0 Promille im Januar for me.

NoAlk

2. Jeden Tag Sport:
Yes. Direkt am Neujahrs-Morgen nach viel zu wenig Schlaf in die Tat um gesetzt, dieses Vorhaben, oder naja sagen wir, begonnen: Ich war nämlich endlich mal wieder Laufen. Trotz fünfzig Zentimetern Schnee, minus 5 Grad und leichter Angst vor geplatzten Lungenbläschen. Ach und wie sehr ich Laufen vermisst habe (trotz Angst vor geplatzten Lungenbläschen). Ich hoffe so sehr, dass meine geschundenen Knie, die der Grund für meine längere Lauf-Abstinenz sind (und dummerweise wirklich keine Ausrede) zumindest einen Lauf pro Woche aushalten. Ein kleines Läufchen pro Woche an frischer Luft durch unsere ja ach so wunderschöne, idyllische Seegegend. Das wäre schon fein.

Sport

Und da einmal die Woche nicht jeden Tag ist, gebe ich mir an den anderen das 7-Minutes-Workout, das im Frühjahr 2013 in England in aller Munde war. Das ist nämlich genial: Sieben Minuten Sporteln und alle Fitnessstudio-Besuche, Joggingstrecken oder Zumba-Hops-Stunden sind hinfällig (najaaaaa, ich habs schon öfter mal gemacht und dabei nicht so das mega yeah-Feeling wie nach einer Stunde Laufen oder Schwimmen, aber durchaus das, etwas getan zu haben.). Und da ich leider auch nicht immer 7 Minuten am Tag übrig habe, zählt zu Jeden-Tag-Sport auch, wenn ich zwei Sonnengrüße oder ein paar Bauchübungen oder wenigstens irgendwas mache, das in den Bereich körperliche Ertüchtigung fällt. Tschakka.

3. Kein Zucker.
Puh, last but not least der vermutlich schwierigste healthy-Vorsatz: no sugar in January. Ich bin nicht gut im Verzichten und wenn ich irgendwas nicht darf, dann will ich es erst recht. Ihr könnt mir ne Packung Schokolade vor die Nase stellen und sagen, ich soll sie aufessen, dann will ich sie wahrscheinlich gar nicht so. Wenn ich sie aber nicht haben darf, verputze ich sie, so schnell könnt ihr nicht mal blinzeln. Aber: Gleich zwei vertrauensvolle Stellen rieten mir zu einer Darmsanierung. Nicht so mega aufwändig vom Arzt oder Heilpraktiker begleitet – auch wenn das natürlich noch besser wäre und die Durchhalte-Wahrscheinlichkeit um ein Vielfaches erhöhen würde – aber mit Darmflora-aufbauenden-Mittelchen aus der Apotheke und dem Verzicht von Zucker. Der ist nämlich nicht gut für die Darmflora. Und für vieles andere auch nicht. (Dummerweise hab ich das gestern Abend vergessen als ich gleich drei Kinder Countrys verdrückt habe (aberaberaber das war mein Abendessen. Weil ich beim richtigen Abendessen brüllende, zickige und halb kranke Trotzkinder ins Bett bringen und stundenlang besingen und beruhigen musste und der Besuch keine Lust hatte, stundenlang auf sein Abendessen zu warten)). Mhmpf.

Nosugar

So liebes Jahr 2015: ERIK und I-am-so-healthy-und-mega-gesund-Januar, wenn das mal nicht ein Start für ein Superjahr sind, dann weiß ich auch nicht. Auch wenn es zugegeben nach einem recht spaßbefreiten klingt. Egal, Opfer müssen sein und ich finde, nach dem letzten, irgendwie doch ziemlich durchwachsnenem haben wir ein echtes Superjahr wirklich verdient. Und ihr alle auch. Have a happy one everybody!