Tag 185: Fashion Week in Schrankleichen

Morgen geht’s los, auch ich fliege nach Berlin um den Fashion Week Wahnsinn mitzumachen: Manhattan Party, Fashion Breakfast, Medien Lunch und jede Menge andere wichtige Termine zum Leute treffen, Networken, hoffentlich viel Champagnertrinken und Spaßhaben warten auf mich. Toll, mag der ein oder andere jetzt vielleicht denken, aber unter uns gesagt: das Ganze bringt mich ganz ordentlich in die Bredullie. Eigentlich bräuchte ich für all die Termine nämlich jede Menge neue Klamotten – denn die kritische Modebranche beäugt Outfits natürlich viel kritischer als der Rest von uns und um beim Spektakel vorne dabei zu sein, muss man entweder die aktuellen Trends zeigen oder diese total stilsicher megagekonnt brechen. Beides geht bzw. kann ich nicht und weil ich mir nicht schon wieder Sachen leihen will, hab ich mir einen Plan B ausgedacht. Fürs 2. Halbjahr Shoppingdiät hab ich mir absolutes Selbstbewusstsein mit meinem Aussehen und meinen Outfits vorgenommen, egal wie unwohl ich mich eigentlich fühle. Scheißegal was andere über mich denken ist das Motto (was nicht heißt, dass ich scheiße aussehen will) – allerdings viel leichter geplant als getan und das merke ich schon an Tag 3.

Trotzdem ziehe ich es durch: Da ich keine neuen Kleider haben kann, werde total unverschämt sein, alle Codes misachten und tatsächlich das Kleid von letzten Jahr auf die gleiche Party in diesem Jahr anziehen. Pfui. Ein absolutes Mega-No-Go in Fashion Kreisen und wer es bemerkt wird mit Sicherheit einen Schock fürs Leben kriegen. Ob das allerdings wirklich jemandem auffällt? Wenn mich tatsächlich jemand drauf anspricht, hab ich die perfekte Begründung für mein Fehlverhalten: die Shoppingdiät. Denn wenn das Kleid im letzten Jahr die erste Wahl war, bleibt mir mit den fehlenden Mitteln ja gar nix anderes übrig als es noch einmal zu tragen, ist ja klar.

Übrigens, wer glaubt auf der Fashion Week ginge es um Fashion Shows: Die finden zwar irgendwie so nebenbei auch statt, aber die habe ich in diesem Jahr gar nicht unter bekommen. Eines möchte ich aber unbedingt schaffen: Den Green Showroom besuchen und einige Labels persönlich kennen lernen. Und im Upcycling Fashion Store vorbei schauen. Ich bin gespannt, was mich da erwartet.

Tag 152: In love with Lanius

Neulich auf der Seite des Green Showrooms der Fashion Week Berlin entdeckt: Das Kölner Label Lanius. Endlich mal ein Label, das Öko-Klamotten macht, die nicht nach Öko-Klamotten aussehen. Die Kollektion wird in GOTS zertifizierten Betrieben produziert, eingesetzt werden fast ausschließlich 100% zertifizierte Grundmaterialien wie organic cotton, organic cotton-silk, tencel by Lenzing (keine Ahnung was das ist, klingt aber eindrucksvoll:-), organic silk und organic denim. Und: Dem Tierschutz zuliebe bekennt sich LANIUS gegen die in Australien gängigen Methoden zur Gewinnung der Merinowolle und verarbeitet vorwiegend mulesing-free 100%-Merino-Qualitäten. Das klingt zwar alles ziemlich ökig (und GUT!), aber schaut mal, so sieht das Ganze aus:

(Quelle: Lanius)

Leider, leider gibts noch keinen Onlineshop und Stores, die Lanius führen, konnte ich auch nur in Köln ausfindig machen. Schade, denn angeblich gibt es auch in der Kollektion Jeans und vielleicht würde ich ja hier eine Jeansjacke finden, die ich mir von meinen Eltern zum Geburtstag wünschen kann… Ganz bestimmt aber werde ich beim nächsten Ausflug nach NRW mal in einem Laden vorbei schauen. Nächstes Jahr, wenn ich nicht nur gucken, sondern auch kaufen darf…