Tag 209: Anziehen für Dummies

Leute, es ist wirklich verrückt, aber seit ich nur noch ungefähr die Hälfte Klamotten im Kleiderschrank habe, habe ich morgens, mittags oder abends oder wann auch immer ich eines suche kein Outfit-Problem mehr. Das hört sich vielleicht für euch erst mal komisch an, denn welche Frau träumt nicht von einem Saal voller toller Kleidung. Aber wer die Qual hat, hat ja auch die Wahl und darin bin vor allem ich ganz und gar nicht gut. Seit ich ganz im Gegenteil nur noch die Sachen in meinem Schrank hängen, die ich wirklich mag und die mir vor allem auch sofort ins Auge springen, hab ich tatsächlich kein Problem, mich zu entscheiden. Seit einer Woche fühle ich mich so wohl mit meinen Outfits und merke, wie viele tolle Sachen ich eigentlich habe. Jihaa! Und ich fühle mich so befreit! Es scheint wohl wirklich was hier dran zu sein:

Tag 200: Ja, Nein, Jein: Ausmisten DELUXE!

Gestern ist es passiert: Ich habe ausgemistet! So wild entschlossen ich Anfang des Jahres noch war, mich 2012 von keinem einzigen Kleidungsstück zu trennen, so sehr hat mich der Blick in meinen Kleiderschrank nach sechs Monaten genervt. Ich wollte nicht mehr vernebelt sein von all den Sachen, die ich in Kurzschluss-Reaktionen, Haben-Wollen-Attaken oder Sales-Verblindung gekauft und doch nie getragen habe. Kleiderschrank aufmachen und nur noch Sachen sehen, die ich gerne anziehe, war ein riesengroßer Wunsch geworden, den ich mir gestern erfüllt habe.

Aber nicht irgendwie, wenn schon Ausmisten im shoppingfreien Jahr, dann mit Plan, Spaß und Event. Deswegen haben meine Freundinnen Silke und Maike und ich einen Mädelsabend Deluxe draus gemacht: Mit „JA“, „NEIN“, „JEIN“ Schildern und natürlich einem guten Schlückchen Prickelwasse bewaffnet begutachteten sie fragliche Teile, ließen mich anprobieren und entschieden dann, was weiterhin in meinem Fundus bleibt. Wenn wir uns zu dritt nicht entscheiden konnten (Frauen halt…), kamen die Sachen auf einen Extra-Haufen, den wir Dani in England via Skype präsentierten. Denn auf ihr Modeauge ist Verlass und zielsicher sagte sie daher fast immer: Weg damit. Und so sah das Ganze aus:

Das Ergebnis: Ich hab gefühlt nur noch halb so viele Sachen im Schrank. Und praktischerweise neue Nähprojekte, denn ohne neue Herausfordernungen geht’s ja nicht. Einige Teile haben nämlich großes Potential mit ein bisschen Veränderung wieder zu Lieblingssachen zu werden. Ich bin gespannt, wie viel Talent ich als Umdesignerin beweise, aber da ich nicht kleckern sondern klotzen will, geht`s heute Abend direkt los, meine ehemalige Mitbewohnerin Katja empfängt mich zum Nähkurs.

Tag 108: Ausmisten – setzen 6!

Früher habe ich so etwa alle sechs Monate meinen Kleiderschrank ausgemistet. Alles, was ich für nicht mehr anziehenswert oder passend gehalten habe, ist in einer Tüte gelandet, die ich zuerst Freunden und dann meinen Kolleginnen zur Verfügung gestellt habe. Die haben die sich das rausgesucht, was sie doch noch für anziehenswert oder passend gehalten haben und oft war das mehr als ich dachte. Meine Freundin Christine zum Beispiel wollte auf meiner Hochzeit ein komplettes Outfit aus meinen ausgemisteten Klamotten anziehen, von Kopf bis Schuh, so gut war sie ausgestattet. Und meine liebe Ex-Kollegin Carla trägt auch immer mal noch ein paar Kleidchen oder Pullis von mir. Das finde ich toll.

Dumm nur: Wenn man Dinge ausmistet, die man ein Jahr später doch wieder anziehen möchte. Und diese Dinge nicht von Freunden weiter getragen werden, sondern für einen Appel und ein Ei bei ebay versteigert wurden. Ich hatte nämlich einmal eine tolle, schwarze 7 for all Mankind Röhrenjeans. Zugegeben, sie war immer ein bisschen eng, aber wenn ich mich mal reingequetscht hatte (ohne Strechanteil!), saß sie ganz prima. Vor ungefähr anderthalb Jahren kam ich plötzlich auf die Idee, diese Jeans bei ebay zu versteigern, weil ich sie doch nicht so oft getragen habe. Rund 25 Euro hab ich dafür bekommen (NP: so 250!). Blöd. Ganz besonders, da ich diese Jeans inzwischen bitter vermisse. Mein Jeanshemd würde toll aussehen mit einer schwarzen Jeans. Oder mein blaues Hemd. Oder meine pinke Tunika. Da habe ich 27 Hosen, aber keine, mit der ich diese Dinge richtig tragen könnte. Prima.