Tag 70: Cath Kidston und die Spielregeln…

Auch wenn es mir hin und wieder ein bisschen unangenehm ist, Cath Kidston ist meine Lieblings-Kitsch-Marke. Wenn ein Geschenk Cath Kidston Accessoires vermuten lässt, bekomme ich Schnappatmung, meinen Cappuccino trinke ich am liebsten aus den gepunkteten XXL-Tassen, den heißen Kuchen hole ich mit den geblümten Ofenhandschuhen raus und mein kleines Mädchen wird jeden Tag mit Sternen- oder Entenwaschlappen gewaschen. Ja, das ist total kitschig und mein Mann hat aus Protest auf ein Cath Kidston freies Regal in unserer Küche bestanden. In Deutschland gibt’s den geblümten Kitsch nur in einigen kleinen Läden, aber England hat wunderschöne Flagship Stores, in denen ich gerne mal übernachten würde. So weit, so gut.

Seit Beginn meiner Shoppingdiät war ich schon zwei Mal in Flagship Store Nähe und obwohl das Sortiment jede Menge Erlaubtes hergibt, habe ich jedes Mal einen weiten Bogen drum rum gemacht. Bis ich gestern in einem kleinen neuen Münchner Kitschladen ein paar ausgewählte Accessoires entdeckt habe und einen neuen Waschbeutel gekauft habe. DAS IST ERLAUBT liebe Leute!!! Ein Waschbeutel ist weder eine Handtasche, noch werde ich ihn als Mütze oder Brosche tragen, es ist ein Waschbeutel, ein Gebrauchs-gegenstand, und nur weil er von Cath Kidston ist, noch immer kein Styling-Accessoire. Ein Teil meiner Mädels war nämlich anderer Meinung und ich musste mich rechtfertigen, ich hätte nämllich auch einen hässlichen aus der Drogerie kaufen können. NEIN, hätte ich nicht, denn nur weil ich keine Klamotten kaufe, decke ich mich nicht mit hässlichen Dingen ein. Und ich kaufe auch nicht gar nichts mehr, denn gewisse Dinge braucht man eben – zumal mein alter Waschbeutel (ebenfalls von Cath Kidston) kaputt gegangen ist. So! Das musste jetzt mal klar gestellt werden. Wer zweifelt, bitte die Spielregeln nachlesen!

Tag 20: Fashionweek und prämierte Accessoires

Während in Berlin gerade die Trends des kommenden Winters präsentiert werden und ich gar nicht da bin, um zu gucken, was ich in einem Jahr im Sale erwerben werde, beschäftige ich mich mit einer anderen Art von Wintergarderobe. Morgen fahren wir nämlich in den Skirulaub und nach einem Jahr Zwangspause habe ich mir gestern ein neues Sport-Accessoire zugelegt. Jawoll, es hat nur 5 EUR gekostet und ist erlaubt: Mein Orthopäde hat mich mit einer neuen Kniebandage ausgestattet. Und als wüsste er von meiner Shoppingdiät und dem Verzicht auf „schöne“ Dinge, hat er ein Exemplar gewählt, das tatsächlich den reddot design award gewonnen hat.

Eine Kniebandage mit Desing Award, so etwas gibt’s! Eigentlich lässt das ja an der Ernsthaftigkeit des Wettbewerbs zweifeln, aber das lasse ich schön bleiben, denn meine Firma hat diesen auch schon öfter gewonnen. Und obwohl ich mich lieber mit schönen Dingen ausgestattet hätte, die man auch sieht, werde ich natürlich verzichten und in den tollen Sportgeschäften im Skigebiet nichts kaufen. Außer vielleicht: Ein paar neue Ski? Diese neuen Atomic Slalom Ski würden meine geschundenen alten gut ablösen…