Howtobegood für alle oder: Meine Geschichte mit der DKMS

Die letzten Tage war es ruhig, krankbedingt, Kita-Ferien-bedingt und sonst irgendwie bedingt. Jetzt gehts wieder los und zwar mit einem Thema, das mir momentan ganz schwer im Magen liegt: Durch die Maschimaschen Mutmach-Mützen (drei sind schon fertig, irgendwie alle für Mädchen. Jetzt müssen dringend noch ein paar Jungs-Mützen her) habe ich immer wieder über krebskranke Kinder gelesen. Und über welche, die diesen Kampf verloren haben. Meine Herren, das ist echt so schlimm. Ich kann nur hoffen und bitten und beten (an welchen Gott auch immer), dass meine Liebsten und alle die ich kenne, von diesem schlimmen Schicksal verschont bleiben. Ständig schaue ich meine kleinen süßen Schnuppispatzen an und stelle mir vor, wie sehr uns der Boden unter den Füßen weggerissen würde, wenn wir so eine Diagnose bekämen. Und dann fiel mir ein, dass jeder von uns immerhin was etwas tun kann und dazu rufe ich euch alle auf:

LASST EUCH BEI DER DKMS ALS KNOCHENMARKSPENDER REGISTRIEREN!! BITTE!! 

Denn stellt euch vor wie es wäre, wenn ihr oder einer eurer Liebsten an Leukämie erkrankt und in eurer Familie gibt es keinen passenden Spender. Und da draußen in der weiten Welt der Spenderdateien auch nicht, weil nämlich nie genug Leute registriert sind. Verzweifelt wäret ihr und wütend und sauer und machtlos. Und ihr würdet vermutlich auch über alle Kanäle zu einer Spendenaktion aufrufen.

Vor einigen Jahren habe ich mich selbst bei der DKMS registriert und nur wenige Tage nachdem ich mein Wattestäbchen zurück geschickt hatte, kam Post: Ich kam tatsächlich als Spender für einen Patienten in Frage. Das ist eigentlich so unwahrscheinlich (noch ein Grund, sich zu registrieren!!) und es schien, als hätte jemand nur auf mich gewartet. Und ganz klar war: natürlich würde ich spenden. Nach einem weiteren Bluttest, der mich eindeutig als Spender identifizierte, stand eine umfangreiche Gesundheitsprüfung an. Bei der wird man komplett durchgecheckt und auf Herz und Nieren geprüft. Denn nur, wenn man selbst komplett gesund ist und die Knochenmarkspende keinerlei Risiko darstellt, darf man wirklich spenden. Was ja auch klar ist: Mit der Spende soll ein Leben gerettet, nicht ein weiteres in Schwierigkeiten gebracht werden. Und alles sah gut aus. Doch dann kam der Anruf von der DKMS: Meinem Empfänger ging es schlechter. Und „er“ (wem man Knochenmark spendet, erfährt man aus Datenschutzgründen nicht. Erst ein paar Jahre später stellt die DKMS gerne den Kontakt her, wenn Spender und Empfänger das wünschen) bräuchte eine weitere Chemo, bevor die Transplantation möglich wäre. Einige Wochen vergingen bis ein neuer Termin für die Knochenmarks-Entnahme vereinbart wurde. Doch wenige Tage vorher gab es wieder schlechte Nachrichten: Der Empfänger lag im Sterben, eine Knochenmarktransplantation machte keinen Sinn mehr. Fuck. So kurz davor und doch zu spät.

Das hat mich lange beschäftigt und eine zeitlang wirklich mitgenommen. Dass ich wirklich in der Lage gewesen wäre, jemandem zu helfen und vielleicht sein Leben zu retten. Wie viel Hoffnung dem Patienten und seiner Familie gemacht wurden, weil es endlich doch einen Spender gab, da draußen. Aber dass ich zu spät kam, vielleicht nur ein paar Wochen. Denn egal wie glücklich, erfolgreich, zufrieden, gelassen, fies oder gemein, liebevoll oder herzlich man ist, wie viel Geld, Macht oder Einfluss man hat – Gesundheit kann man nicht kaufen und eine Krankheit überfällt einen meistens fies und gemein aus der Hinterhalt, ohne dass man etwas tun kann.

Daher liebe Alle, bitte registriert euch noch heute. HIER bei der DKMS findet ihr alle Infos und könnt euer Wattestäbchen-Package anfordern. Und es tut wirklich nicht weh. Und HIER findet ihr Antworten auf all die Fragen, die ihr vielleicht habt („Aber dann wird mir doch Rückenmark entnommen?“ oder „Ist das nicht gefährlich?“ oder „Vielleicht tut es ja doch weh?“)…..

Und, weil ich das Thema so wichtig finde und hier wirklich jeder seinen eigenen kleinen Howtobegood-Beitrag leisten kann: Bitte teilt diesen Artikel mit euren Freunden. Und werdet Fan meiner Facebook Seite und teilt auch die mit euren Freunden. Denn vielleicht wartet da draußen jemand auf euch und ihr seid nicht zu spät. Danke danke!!!

(fotografiert aus my harmony)

(fotografiert aus my harmony)

 

Oh what a day! Wie aus dem Megamasterplan ein Megamasterplan B wurde

Kita-Ferien ist das Wort, das bei arbeitenden Müttern sofort für Herzrasen, Hautausschlag und Scheißewiekriegichnurallesgeregelt-Gedanken sorgt. Kita-Ferien gibt es bei uns auf dem Dorf leider ziemlich oft (aber mei, diese Idylle!). Und da ich mir Herzrasen und Hautausschlag inzwischen zu anstrengend finde, hab ich einen Jawollsokriegichbestimmtallesgeregelt-Plan für eben diese beschissenen Kita-Ferien entwickelt: Der kleinen Madame ein adäquates Kita-Ersatz-Programm verschaffen und die langen Schlaf-Phasen von Mini-Man ausnutzen um so viel wie möglich schaffen. Ein Fließband, das in dreifacher Geschwindigkeit läuft ist nichts gegen arbeitende Mütter, die wissen, dass ihr hochkonzentriertes Zeitfenster nur ein paar Stunden beträgt. Da werden in Rekordzeit sämtliche Hauweg-Emails beantwortet, in die Tasten gehauen und Texte produziert, Telefonkonferenzen ohne unnötiges Blabla abgehalten und auch sonst alles irgendwie verhackstückt, das sich sofort ohne Probleme wegschaffen lässt. Arbeitende Mütter sind extrem produktiv und sollten eigentlich von allen Arbeitgebern mit Kusshand genommen werden – denn wirklich keiner kriegt so viel geschafft, der mit OhgottgleichgehtdasBabyphonewiederlos- oder VerdammtgleichmachtdieKitazu-Gedanken am Werk ist. Wirklich. Keiner.

Und dann, wenn man gerade denkt, alles läuft super smooth und passt prima, entschließt sich einer dem Megamasterplan einen Strich durch die Rechnung zu machen und wird krank. Natürlich. Und ihr dürft jetzt alle lachen. Oder mit mir heulen. Doch weil das nicht bedeutet, dass das Fließband zum Stillstand kommt, sondern im Gegenteil, in Turbo-Geschwindigkeit läuft (aber zugucken darf keiner!), gibts nur diesen kleinen Post über den Alltagswahnsinn während dem Unding Kita-Ferien.

Aber morgen, morgen, wenn alles wieder genauso funktioniert wie es gefälligst soll, ergieße ich mich wieder literarisch (haha!) und knallhart recherchiert (nochmal haha!) darüber, wie man die Welt verbessern kann und warum es sich für jeden lohnt, das zu versuchen (nicht mehr haha!). Und bis dahin mache ich das:

 

Gescheitert: Meine erste Mutmach-Mütze

Natürlich habe ich nicht direkt am Mittwochabend mit dem Mützenhäkeln angefangen, weil noch ein Haufen Arbeit auf mich wartete. Aber jetzt ist sie fertig, meine erste Mütze für die Maschimaschen Mutmach-Mützen der lieben Bea. Und, ähm, schluck, sie ist ganz schön klein geworden. Weil ich so eine „Ich mach das jetzt schnell mal“ Aktion gestartet habe und nicht erst mal noch in einer vernünftigen Anleitung nachgelesen habe. Jetzt liegt da diese kleine Mütze vor mir, die gerade mal so meinem einjährigen Mini-Man passt (der zugegeben einen recht großen Schädel, äh, Kopfumfang, hat) und beim Gedanken, dass ein vielleicht wirklich so ein kleines Menschlein da draußen gibt, das diese Mütze tragen wird, wird mir ganz anders. Weil dieses kleine Mini-Menschlein die Mütze ja nicht einfach trägt, um den Kopf warm im kalten Winter warm zu halten. Sondern weil dieser kleine Kopf alle Haare bei der HOFFENTLICH lebensrettenden Chemo verloren hat. Und deshalb extra warm gehalten werden muss. Puh.

Die erste Maschimaschen Mutmach Mütze

Die erste Maschimaschen Mutmach Mütze

Kinder leiden zu sehen, das ist das Unerträglichste überhaupt. Seit ich Mama bin, verschließe ich die Ohren vor sämtlichen Kindergrauennachrichten, kann eigentlich keinen Tatort mit Kindern gucken und muss, wenn das doch mal passiert, meine eigenen danach stundenlang drücken und bekuscheln (finden die nicht so toll) – obwohl sie mir natürlich manchmal so unglaublich auf den Nerv gehen, dass ich am liebsten meine sieben Sachen packen würde und.. Egal, die nächste Mütze muss größer werden, denn auch wenn es keinesfalls irgendwie besser ist, wenn die kranken Kinder größer sind, mit diesen ganz kleinen hilflosen Babykranken komme ich noch weniger klar als mit dem schlimmen Rest. Puh.

Vom Versuchen und Scheitern, Part 1

Morgens herrscht bei uns eine gewisse, naja nennen wir sie mal „Routine“, die geprägt von Zeitknappheit (denn am Morgen ist es im Bett ja am schönsten und noch mal 10 Minuten liegen bleiben geht noch. Und nochmal 10 Minuten) eigentlich keinerlei Spielraum für Ausderreihetanzen oder Experimente zulässt. Wir hetzen durch die Wohnung und versuchen bis zu dem Punkt an dem plötzlich alle hektisch schreien „Jetzt müssen wir aber wirklich los“ „Ihr müsst jetzt aber wirklich los“ „Auf, Schuhe und Jacke anziehen“ „Nein, nicht mehr Spielen, zieh deine Schuhe und deine Jacke an!“ „Zieh jetzt deine Schuhe und deine Jacke an!“ „Los jetzt!“ irgendwie halbwegs vernünftig auszusehen, den Kindern alles nötige mit zu gegeben („Meine Nuni!! Ich habe meine Nuni Puppe vergessen!“) und nicht allzu spät in allen Institutionen aufzuschlagen.

Dummerweise ist Kindern dieser Ablauf vollkommen egal. „Kannst du mit mir Spielen“ flehte die kleine Madame mich heute morgen also (mal wieder) an. Und ich, mit schlechtem Gewissen behaftet, weil Spielen gerade ein bisschen auf der Strecke bleibt und wir ausnahmsweise noch ganz gut in der Zeit waren, ließ meine Haare Haare sein und setzte mich nach dem Duschen also in ihr Zimmer. „Was kurzes“ dachte ich und zog das pädagogisch wertvolle Kartenspiel raus, das mein Bruder ihr mal geschenkt hatte. Mit dem tollen Ding kann man allerlei verschiedene lange und kurze Spiele spielen, bei denen die Kinder ganz viel lernen (sollen). Ich wählte heute die Variante: Ich zeig dir eine Karte und du erzählst mir etwas dazu – frei abgewandelt nach der tollen Geschichtenwerkstatt aus ihrer alten Krippe. Dort hat das prima geklappt, die Kinder haben sich zusammen wahnsinnig komische Geschichten einfallen lassen, aber heute lief das eher so: „Was siehst du auf der Karte?“ „Einen Löwen.“ „Genau! Und was macht ein Löwe?“ Ein fragendes Gesicht schaut mich an, dann verzieht sich der dazugehörige Mund und heraus kommt ein Brüllen. Klar, Löwen brüllen und Löwe spielen findet meine Tochter daher auch ziemlich toll. Ich versuche es weiter pädagogisch und erkläre: „Löwen wohnen in Afrika.“ „Ja.“ Pause. „Und im Zoo.“ Bums. Gescheitert am frühen Morgen.

Foto 2

Puh, der Zoo. Nicht gerade meine Lieblingseinrichtung und eigentlich denke ich, dass jeder der einmal Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum gesehen hat, nicht guten Gewissens in so was gehen kann. Genau das versuche ich Mini-Me zu erklären. „Haben die da gar keinen Platz?“ fragt sie mich. „Nee. Eigentlich ist es ganz schön gemein, Tiere im Zoo zu haben, damit du und ich sie anschauen können,“ versuche ich es weiter. Aber wo Afrika ist und dass Löwen eigentlich dort leben, das ist mit 3,5 Jahren eben auch nur sehr schwer zu verstehen. Also schlage ich eine andere Taktik ein: „Der Löwe ist der König der Tiere,“ sage ich fröhlichst. „Ja genau! Neulich beim Sandmann war auch ein Löwe, der war auch König! Der saß in einem Rollstuhl und hat getanzt.“ Und das ist dann der Punkt an dem ich mir das ScheiternaufvollerLinie eingestehen muss, die Karten wegpacke und sage „So, jetzt aber Anziehen, wir müssen gleich los!“.

Ohne Titel