Gescheitert: Meine erste Mutmach-Mütze

Natürlich habe ich nicht direkt am Mittwochabend mit dem Mützenhäkeln angefangen, weil noch ein Haufen Arbeit auf mich wartete. Aber jetzt ist sie fertig, meine erste Mütze für die Maschimaschen Mutmach-Mützen der lieben Bea. Und, ähm, schluck, sie ist ganz schön klein geworden. Weil ich so eine „Ich mach das jetzt schnell mal“ Aktion gestartet habe und nicht erst mal noch in einer vernünftigen Anleitung nachgelesen habe. Jetzt liegt da diese kleine Mütze vor mir, die gerade mal so meinem einjährigen Mini-Man passt (der zugegeben einen recht großen Schädel, äh, Kopfumfang, hat) und beim Gedanken, dass ein vielleicht wirklich so ein kleines Menschlein da draußen gibt, das diese Mütze tragen wird, wird mir ganz anders. Weil dieses kleine Mini-Menschlein die Mütze ja nicht einfach trägt, um den Kopf warm im kalten Winter warm zu halten. Sondern weil dieser kleine Kopf alle Haare bei der HOFFENTLICH lebensrettenden Chemo verloren hat. Und deshalb extra warm gehalten werden muss. Puh.

Die erste Maschimaschen Mutmach Mütze

Die erste Maschimaschen Mutmach Mütze

Kinder leiden zu sehen, das ist das Unerträglichste überhaupt. Seit ich Mama bin, verschließe ich die Ohren vor sämtlichen Kindergrauennachrichten, kann eigentlich keinen Tatort mit Kindern gucken und muss, wenn das doch mal passiert, meine eigenen danach stundenlang drücken und bekuscheln (finden die nicht so toll) – obwohl sie mir natürlich manchmal so unglaublich auf den Nerv gehen, dass ich am liebsten meine sieben Sachen packen würde und.. Egal, die nächste Mütze muss größer werden, denn auch wenn es keinesfalls irgendwie besser ist, wenn die kranken Kinder größer sind, mit diesen ganz kleinen hilflosen Babykranken komme ich noch weniger klar als mit dem schlimmen Rest. Puh.

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Vom Versuchen und Scheitern, Part 1

Morgens herrscht bei uns eine gewisse, naja nennen wir sie mal „Routine“, die geprägt von Zeitknappheit (denn am Morgen ist es im Bett ja am schönsten und noch mal 10 Minuten liegen bleiben geht noch. Und nochmal 10 Minuten) eigentlich keinerlei Spielraum für Ausderreihetanzen oder Experimente zulässt. Wir hetzen durch die Wohnung und versuchen bis zu dem Punkt an dem plötzlich alle hektisch schreien „Jetzt müssen wir aber wirklich los“ „Ihr müsst jetzt aber wirklich los“ „Auf, Schuhe und Jacke anziehen“ „Nein, nicht mehr Spielen, zieh deine Schuhe und deine Jacke an!“ „Zieh jetzt deine Schuhe und deine Jacke an!“ „Los jetzt!“ irgendwie halbwegs vernünftig auszusehen, den Kindern alles nötige mit zu gegeben („Meine Nuni!! Ich habe meine Nuni Puppe vergessen!“) und nicht allzu spät in allen Institutionen aufzuschlagen.

Dummerweise ist Kindern dieser Ablauf vollkommen egal. „Kannst du mit mir Spielen“ flehte die kleine Madame mich heute morgen also (mal wieder) an. Und ich, mit schlechtem Gewissen behaftet, weil Spielen gerade ein bisschen auf der Strecke bleibt und wir ausnahmsweise noch ganz gut in der Zeit waren, ließ meine Haare Haare sein und setzte mich nach dem Duschen also in ihr Zimmer. „Was kurzes“ dachte ich und zog das pädagogisch wertvolle Kartenspiel raus, das mein Bruder ihr mal geschenkt hatte. Mit dem tollen Ding kann man allerlei verschiedene lange und kurze Spiele spielen, bei denen die Kinder ganz viel lernen (sollen). Ich wählte heute die Variante: Ich zeig dir eine Karte und du erzählst mir etwas dazu – frei abgewandelt nach der tollen Geschichtenwerkstatt aus ihrer alten Krippe. Dort hat das prima geklappt, die Kinder haben sich zusammen wahnsinnig komische Geschichten einfallen lassen, aber heute lief das eher so: „Was siehst du auf der Karte?“ „Einen Löwen.“ „Genau! Und was macht ein Löwe?“ Ein fragendes Gesicht schaut mich an, dann verzieht sich der dazugehörige Mund und heraus kommt ein Brüllen. Klar, Löwen brüllen und Löwe spielen findet meine Tochter daher auch ziemlich toll. Ich versuche es weiter pädagogisch und erkläre: „Löwen wohnen in Afrika.“ „Ja.“ Pause. „Und im Zoo.“ Bums. Gescheitert am frühen Morgen.

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Puh, der Zoo. Nicht gerade meine Lieblingseinrichtung und eigentlich denke ich, dass jeder der einmal Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum gesehen hat, nicht guten Gewissens in so was gehen kann. Genau das versuche ich Mini-Me zu erklären. „Haben die da gar keinen Platz?“ fragt sie mich. „Nee. Eigentlich ist es ganz schön gemein, Tiere im Zoo zu haben, damit du und ich sie anschauen können,“ versuche ich es weiter. Aber wo Afrika ist und dass Löwen eigentlich dort leben, das ist mit 3,5 Jahren eben auch nur sehr schwer zu verstehen. Also schlage ich eine andere Taktik ein: „Der Löwe ist der König der Tiere,“ sage ich fröhlichst. „Ja genau! Neulich beim Sandmann war auch ein Löwe, der war auch König! Der saß in einem Rollstuhl und hat getanzt.“ Und das ist dann der Punkt an dem ich mir das ScheiternaufvollerLinie eingestehen muss, die Karten wegpacke und sage „So, jetzt aber Anziehen, wir müssen gleich los!“.

Ohne Titel

Doppel(Glück) hält besser!

Ich bin ja zum Glück nicht die Einzige, die ein bisschen mehr tun will als sonst und mehr Sinn in ihrem Leben braucht. Von euch kriege ich tolle Rückmeldungen und das tut so gut! Gerade jetzt am Anfang gibt mir eure Unterstützung ganz schön Rückendeckung, danke danke!!

Was ganz ganz tolles empfiehlt auch Christine oder eine ihre Autorinnen von Lilies Diary momentan ihren Lesern: Das Doppelglück. Christine betreibt einen meiner liebsten Reiseblogs und ist damit ganz schön mega halleluja erfolgreich. Fast 20.000 Facebook Fans hat sie (ich wiederhole: 20.0000 !!!), zwei Bücher geschrieben und war schon hoch und runter in der Presse. Neben ihren Reiseberichten, die immer sehr persönlich und überhaupt nicht langweilig, protzig oder nur irgendwie sind, zeigt sie momentan Dinge/Taten/Aktionen, die einen selber und gleichzeitig andere glücklich machen – Doppelglück eben. Zum Beispiel den Umsonst-Laden, Schildkröten-Rettungen, Engel für einen Tag sein, Zeit oder Kaffee verschenken. Ich hab noch gar nicht alle ihre Artikel dazu gelesen, aber sie sind ganz bestimmt eine super Inspiration! Lest doch am besten selbst!

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Pocket Robin Suspended Coffees

Wenn ich ihre Artikel lese, kriege ich riesengroße Sehnsucht nach Berlin. Zwar mag ich unser Leben auf dem Dorf (oh Gott, ich wohne WIRKLICH auf dem Dorf!) am See (oh ja, aber hier ist eben dieser tolle See!) wirklich gerne und momentan will ich auch gar nix anderes. Vor allem im Sommer ist einfach unbezahlbar, nachmittags mit Sack und Pack (in dem Fall mindestens zwei Kindern, jeder Menge aufblasbarem Getier und Schwimmhilfen und Essen für eine Großfamilie) an den See zu watscheln und hier seine freie (hahaaaa!) Zeit zu verbringen. Und da ich das wirklich an so gut wie jedem schönen Sommertag gemacht habe, konnte ich es zum ersten Mal gar nicht so nachempfinden, wieso alle über diesen schlimmen Sommer gemeckert haben (jaja, ich weiß, ihr Berliner und Hamburger hattet einen tollen Megasommer. Wir hier hatten aber vor allem einen Megaregensommer. Mega Regen. Mal wieder!), wo ich doch sonst immer die größte aller Sommermeckerinnen war. Dennoch, jetzt im Herbst ertrage ich diese ganze Idylle nicht mehr. Wo du hier hinschaust, es ist überall einfach sooooo schön und bezaubernd und sorry, eben grauenvoll idyllisch.1800352_692110417498975_1518657_n

Und in mir schreit alles nach ein bisschen Lärm, Großstadtflair, Cafés, Möglichkeiten (und nein, ein Besuch in München würde hier keine Abhilfe schaffen.). Ich will mal wieder nach Berlin, bald, ganz unbedingt. Und dann will ich auch Laufen für den guten Zweck, jede Menge Suspended Coffees kaufen (hier gäbe es vermutlich nicht mal jemanden, der sich den abholen würde!), meine Sachen in den Umsonstladen bringen und mich überhaupt rundum inspirieren lassen. Aber bis dahin lese ich bei Christine und all den anderen Berliner Bloggerinnen und fahre weiterhin durch Wiesen und Felder, an deren Horizont die Berge im Sonnenlicht leuchten und links neben mir der See vor sich hin plätschert. Bäh pfui. Schön.

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