10 Gründe für eine Shoppingdiät

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Gestern kam ich mal wieder ins Grübeln. Über Shoppen, Shoppingdiät, Konsum und die Welt an sich. Auslöser war der Blogbeitrag von Modepraline, die fragt, was der Mist mit der Shoppingdiät eigentlich soll. Unsere Welt würde nämlich zum Stillstand kommen, wenn wir alle nicht mehr konsumieren und strenge Shoppingdiät halten würden. Auch wenn diese Dramaturgie natürlich einen weiten Bogen spannt und zwischen „Ich verzichte eine Zeitlang auf Klamotten und anderes Lifestyle-Gedöns, weil ich viel zu viel habe“ und „Ich kaufe gar nix mehr und lebe ab sofort wie ein Steinzeitmensch“ viel viel viel Platz ist, ich kann den Ansatz tatsächlich nachempfinden. Und bin auch immer noch Karl Lagerfelds Meinung: Das Geld muss zirkulieren, heißt: Ich konsumiere eigentlich gerne und Konsum macht durchaus Sinn. Aber wie bei allem geht es um das richtige Maß, das Bewusstsein und die Reflexion. Und das alles finden viele erst durch einen Verzicht.

Daher (und weil ich gelernt habe, dass solche Überschriften total erfolgreich sein sollen) gibt es jetzt zehn Gründe, warum eine Shoppingdiät Sinn macht:

  1. Weniger ist mehr: Eine Shoppingdiät erdet und schafft Bewusstsein für die Dinge, die man schon hat. Oder die man wirklich haben möchte oder brauchen kann. Denn wir haben alle zu viel. Von allem.
  2. Sie ist zeitlich begrenzt: Eine Shoppingdiät hat ein Anfang und ein Ende. Und zwischendrin passiert eine ganze Menge, nämlich:
  3. Sie macht uns kreativ: Weil wir mit dem klarkommen müssen, das wir schon haben und trotzdem nicht jeden Tag das selbe anziehen möchten. Wir finden plötzlich lang verborgene Schätze in unserem Kleiderschrank, lernen unsere Schrankleichen kennen, kommen auf neue Styling-Ideen oder tragen Klamotten, die wir eigentlich nie hätten kaufen dürfen.
  4. Sie lehrt uns zu schätzen: Bei all diesen Experimenten merken wir mal wieder, wie viele Sachen wir eigentlich haben. Und wie viele davon total unnötig sind. Und wir schätzen die, die wir richtig gerne mögen noch viel mehr.
  5. Sie lässt uns hinterfragen: Denn warum kaufen wir so viel, das wir gar nicht brauchen oder noch schlimmer, das uns gar nicht wirklich gefällt? Weil es ein Schnäppchen war? Weil ein voller Kleiderschrank irgendwie gut tut und wir damit uns als coole Fashionistas fühlen? Weil wir jeden Morgen ein Stylo-Outfit tragen können? Und woher kommen eigentlich all diese Klamotten, die uns so cool sein lassen?
  6. Sie schockt uns: Richtig, nämlich aus armen Ländern von noch ärmeren Näherinnen. Die unter schlimmsten Bedingungen dafür sorgen, dass wir cool sein können. Wer es noch nicht gesehen hat: Schaut euch die Serie der drei jungen, coolen Norweger an, die einen Monat in Kambodscha verbringen und dort in einer Textilfabrik mitarbeiten. Danach könnt ihr nicht mehr guten Gewissens bei den großen Billigheimern einkaufen (mit schlechtem gehts weiterhin). Denn auf den Punkt gebracht: „Shopping shouldn’t be a hobby“.
  7. Sie lässt uns umdenken: Nicht nur im Bereich Fashion, sondern im gesamten Leben. Palmöl in Kosmetik, Massentierhaltung, Kinderarbeit, ausgebeutete Kleinbauern, abgeholzter Regenwald, verschmutze Meere – das alles und noch viel mehr ist uns plötzlich nicht mehr egal.
  8. Sie bringt uns zu bewusstem Konsum: Deswegen denken wir ab sofort viel mehr darüber nach, was wir kaufen, was wir wirklich brauchen und warum. Wo die Dinge herkommen, wie die Produktionsbedingungen sind und ob die Anschaffung uns langanhaltende Freude bereitet. Wir schmeißen unser Geld also nicht mehr zum Fenster raus. Zumindest nicht mehr so oft.
  9. Sie macht uns dankbar: Darüber, dass es uns so gut geht, dass wir so viele tolle Erkenntnisse haben durften, dass wir so viele Möglichkeiten haben. Und deswegen:
  10. Sie macht bessere Menschen aus uns: Weil wir Dinge anders machen als vorher, weil wir uns vielleicht bei irgendeinem Projekt engagieren, das die Welt ein wenig besser macht, weil wir nicht mehr alles einfach so hinnehmen, weil wir wissen, dass wir zwar nie alles richtig machen können, aber jede Kleinigkeit trotzdem besser ist als nichts. Und wir immer mehr werden wollen, damit die großen Bösen auch irgendwann mit dem Umdenken anfangen. Denn wir wissen: In order to save everything. We need everyone.

In diesem Sinne: Happy No-Shopping everyone. Mit ein paar Best-Of-Bildern aus 2012, dem Jahr meiner Shoppingdiät.

 

 

Gestern Shopaholic, heute Fashionmuffel?

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Ich habe diese Woche mal wieder Klamotten bestellt. Und zwar ganz schön viele, um genau zu sein. Wo? Mhm, also, darüber haben mein Gewissen und ich absolutes Stillschweigen vereinbart. Anders gehts nicht. Warum? Weil ich demnächst immer mal wieder Jobtermine haben werden, an denen ich irgendwie nett aussehen muss. Und weil meine Garderobe, die dafür sorgt, dass ich bei Jobterminen nett aussehe inzwischen entweder total in die Jahre gekommen, nur für den Sommer geeignet oder ausgeleiert, gelöchert oder sonst irgendwie kaputt ist. Oder dummerweise ausgemistet wurde.

Nachdem ich im Dezember schon einmal einen Anlauf unternommen und die größte Versandkiste ever zuhause stehen, aber alles wegen „Gefällt mir nicht mehr“ zurück geschickt hatte, führt diesmal kein Weg dran vorbei: Ich brauche dringend ein paar Kleidchen, termintaugliche Hosen und coole Oberteile und die gibt es fair & gut produziert einfach nicht. Weder im für mich möglichen Preisrahmen noch im erwünschten Schick, und daher habe ich gleich zwei verschiedene Onlineshops gefühlt leer gekauft.

Aber: Das hat mir keinen Spaß gemacht.

Ehrlich. Das war nur müssen, nicht wollen.

Was ist nur mit mir passiert? Interessiert mich Mode nicht mehr? Mag ich shoppen nicht mehr? Will ich nicht mehr gut aussehen?

Blödsinn! Natürlich. (Das Gegenteil beweist meine Friseur-Rechnung, die immer wieder Schockmomente auslöst.)

Aber, irgendwie, mhm, naja. Denn ich ertappte mich beim Onlineshoppen ständig bei dem Gedanken, dass ich das alles nicht machen würde, wenn ich nicht müsste. Dass ich zwar andauernd diese „Alles so langweilig hier und ich habe wirklich nichts zum Anziehen“ Momente vor meinem Kleiderschrank habe, aber dann doch irgendwas finde, das mich ganz ok kleidet. Und dass ich auf den Rest verzichten kann. Dass es mich nicht mehr so sehr interessiert, sich mein Fokus verschoben hat. Dass ich fast schon erstaunt bin, wenn ich Fashionmagazine aufschlage, weil DAS der neue Trend sein soll. Pinke Bundfaltenhosen als absolutes Must-Have der Sommersaison? Echt jetzt? Oder hab ich das völlig falsch interpretiert?

Vielleicht bin ich in die Jahre gekommen, vielleicht bin ich jetzt ne echte Mutti, vielleicht zu bequem geworden (aber nee wirklich nicht. Mein Leben ist in den letzten Jahren eher deutlich unbequemer geworden. Kinder sind unbequem und sich Gedanken machen sowieso. Aber es ist zum Glück auch viel erfüllter geworden. Mit Liebe und Lachen und dem eindeutigen Wissen, was wirklich wichtig ist. Echt jetzt.), vielleicht mag ich meine Home-Office-tauglichen Hoodies kombiniert mit ein paar coolen Schuhen einfach zu gerne. Aber tatsächlich sind es immer wieder gekonnt gestylte Basics, bei denen ich eher in Verzückung gerate als bei High Fashion. Und ich finde einkaufen inzwischen total doof. Sowohl online als auch in der Stadt. Bin ich also wirklich mutiert vom Shopaholic zum Fashionmuffel? Echt jetzt?

Oops I did it again: Fehlkauf Deluxe

Ähem ja. Eigentlich sollte man meinen, dass ich vor Fehlkäufe inzwischen wirklich gefeit sein sollte. Weil ich so viel gelernt habe und alle meine (wenigen) Käufe total bewusst und kontrolliert tätige. Eigentlich. Denn wer nicht lesen kann, ist selber schuld.

Aber ich hole mal ein bisschen aus:

Ich brauche dringend eine neue Skijacke, finde ich. Weil ich die alte (zwar sauteure und Geschenk meiner Eltern zum 30.) in einer doofen Eitelkeit in Größe 36 gekauft habe, obwohl ich bei Jacken grundsätzlich Größe 38 trage. 36 ist aber irgendwie cooler, dachte ich und so fahre ich seit ein paar Jährchen (das Rechnen schenken wir uns mal) in einer Jacke herum, die zwar mega gut ausgestattet und allen möglichen Schnickschnack hat, den man auf der Piste unbedingt nicht braucht, aber in die ich nicht mal mein Handy so reinstecken kann ohne dass es mich unangenehm stört, weil sie eben einfach ein bisschen zu eng ist. Von einer Sonnenbrille, die auf der Hütte oftmals hilfreich wäre oder einem Brötchen, mal ganz zu schweigen.

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Deswegen, ganz klar, brauche hätte ich gerne eine neue. Nicht mehr so eine mega teure, aber auch kein Billig-Ding. Eben eine, die ich auch wieder ein paar Jährchen tragen möchte. Was tun? Klar, good old eBay hilft immer. Da gibts nämlich gut erhaltene Second Hand Skijacken von zum Beispiel meiner jetzigen Marke für nen Appel und nen Ei. Und auch welche von Peak Performance. Tolle Marke, tolle Ausstattung, toller Preis, dachte ich mir und ersteigerte eine pinke, wie NEUe Jacke in M zum echten Schnäppchenpreis – denn wir haben ja gelernt und wissen, dass S wahrscheinlich zu klein wäre. M ist super, pink und dunkelblau auch. Passt also alles? Fast. Denn fein versteckt im Feldchen „Kategorie“ – das man gerne mal übersieht wenn man durch die Stichwortsuche auf die Jacke aufmerksam wurde – stand das nicht ganz so unwichtige Wörtchen „Herren“.

Und so besitze ich seit gestern Mittag eine super coole, fast NEUE, mal richtig teuer gewesene, pinke Peak Performance Herren-Skijacke in Größe M.

Ja, ihr dürft jetzt lachen. Das würde ich auch tun, wenn es nicht eigentlich zum Heulen wäre. Denn a) sie ist mir – oh Wunder – viel zu groß und b) wie um Himmels Willen werde ich eine PINKE HERRENskijacke wieder los?

Falls jemand eine Idee hat, bitte meldet euch. Ich vermute allerdings, es gibt noch nicht allzu viele emanzipierte Herren da draußen, die diese Farbe auf der Piste mit Würde tragen – denn sonst wäre diese fast NEUE, eigentlich sauteure Jacke nicht zu solche einem Schnäppchenpreis unter den (meinen) Hammer gekommen. Falls doch, bitte meldet euch auch bei mir. Dringend sogar.

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Und ich schwöre, beim nächsten Mal wieder ganz genau hinzugucken. Denn eigentlich, eigentlich müsste ich vor Fehlkäufen doch inzwischen gefeit sein.

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And the Liebster Award goes to… Naja, ganz so spektakulär ist die Auszeichung „Liebster Award“ nicht, aber wirklich eine nette Sache, die mir die liebe Dienna vom Blog „Zwischen Windeln und Wahnsinn“ zu Ehren hat werden lassen. Vielen Dank, liebe Dienna.

Worum geht es? Der Liebster Award soll kleinere oder neue Blogs vorstellen, in dem jeder Blogger, der den Award bekommen hat ein paar Fragen beantwortet und dann seinerseits weitere Blogger nominiert und denen Fragen stellt. Kapiert? Nee? Macht nix, hier ist das ganze nochmal schön aufgedröselt:

Die Regeln für den Liebster-Award:

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  3. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award, die bisher weniger als 1000 Follower haben.
  4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award-Blog-Artikel.
  6. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

Und das mach ich jetzt mal, hier sind die Antworten auf Diennas Fragen:

Wie und wann kam Euch die Idee zu Eurem Blog?
Aaaaaalso, da muss ich ein bisschen ausholen… Ende 2011 habe ich beschlossen, im Jahr 2012 eine Shoppingdiät einzulegen. Als Lifestyle-PR-Tante und Fashionvictim war ich nämlich ständig auf irgendwelchen Onlineshops unterwegs und habe viel zu viel gekauft. Weil ich beruflich den Druck hatte, immer uptodate zu sein und die neuesten Trends zu kennen und zu tragen. Und weil das ein Ventil für mich war, mit zu viel Stress umzugehen: Mal schnell auf ein paar Shops vorbei gesurft und schon war ich viel produktiver. Und kaufte so jede Menge Klamotten, die ich oft noch nicht mal richtig schön fand, sie aber behielt, weil sie günstig oder kurzzeitig cool waren. Damit war 2012 dann Schluss, es gab ein Jahr lang keine Klamotten, keine Schuhe, keine Taschen, keinen Schmuck, keine Accessoires, die komplette Modefastenkur. Um das Ganze öffentlich zu machen und somit ein Kontrollmedium zu haben, startete ich diesen Blog (so, jetzt sind wir endlich bei der Antwort!) und hatte sofort eine riesige Freude daran, geschrieben habe ich nämlich schon immer gerne. Im Januar 2013, nach der erfolgreichen Beendigung der Shoppingdiät verabschiedete ich mich erst mal wieder vom Bloggen, da irgendwie nichts mehr zum sagen hatte. Ende 2014 packte es mich  wieder und nun bin ich wieder hier, dabei und online 🙂

Seid Ihr immer diszipliniert dabei, oder gab es auch schon mal einen “Schreib- Durchhänger”?
Ganz bestimmt bin ich nicht immer „diszipliniert“ dabei, aber das ist auch vollkommen ok, Bloggen soll ja Spaß und nicht zusätzlichen Stress machen. Allerdings merke ich, dass sich meine Themen immer mehr um meine Kinder und Familie im Allgemeinen drehen und mir eine Weile lang die echten Shoppingdiät-Themen nicht so leicht von der Hand gingen. Daher arbeite ich gerade an einem neuen Blog, denn Shoppingdiät soll das bleiben, was der Name verspricht: Tips für nachhaltigen Konsum, was eine Shoppingpause bewirken kann und Ideen, wie jeder einzelne die Welt ein bisschen besser machen kann. (Und für SEO: Nachhaltigkeit, Green Lifestyle, Green Glamour, Faire Mode, Naturkosmetik, LOHAS…)

Wohin würdet Ihr gerne einmal verreisen und warum?
Tja, auch dazu könnte ich einen eigenen Blogpost schreiben. Tatsächlich habe ich eine ewig lange Bucket List und einen entsprechenden Beitrag dazu auch schon lange lange (also seit 2012) vorbereitet. Um es kurz kürzer zu machen: Ganz ganz oben auf dieser Liste steht Australien. Dorthin will ich schon seit 16 bin (also ÜBER MEIN HALBES LEBEN LANG!) und obwohl ich drei Mal schon kurz davor war, hab ichs noch nicht geschafft: Nach dem Abi wollte niemand mit und alleine hab ich mich nicht getraut, obwohl ich zwei Jahre lang dafür gespart hatte. Später sollte ich für eine große deutsche Fluggesellschaft ein Praxissemester in Sydney machen und hatte den Vertrag dafür schon in der Tasche. Doch dann kam 9/11 und die Airline musste alle Auslandspraktika absagen, auch meines. Und nach dem Studium wollte ich mit einer Freundin ein halbes Jahr zum Work & Travel nach Down Under, der Flug (mit offenem Rückreisedatum) war schon gebucht. Aber ein paar Wochen vor Abflug lernte ich meinen Mann kennen und fand Hessen plötzlich viel cooler als Bondi Beach. Ärgern tu ich mich darüber nicht, denn die Hessenbesuche sind ganz schön nachhaltig gewesen 🙂 Und wer weiß, vielleicht versuche ich es irgendwann ein viertes Mal, zusammen mit meinem Mann.

Welchen Wunsch würdet Ihr Euch gerne einmal erfüllen – egal wie verrückt er sein mag?
Hui, hier muss ich ein bisschen länger nachdenken um nicht wieder auf meine Reise Bucket List zurück zu kommen. Und was verrücktes? Also nee, dafür bin ich ja viel zu vernünftig. Mhm. Heli-Skiing, das würd ich gerne mal machen. Irgendwo in Kanada, wo man auch als guter Normalo-Skifahrer runter kommt und stundenlang abfahren kann. Ja, das würde ich wirklich gerne mal machen.

Was wolltet Ihr als Kind werden (und welchen Beruf habt Ihr letztendlich gewählt)?
Ich wollte immer Ärztin, Rechtanwältin oder Psychologin werden – zwar nicht als Kind (an meinen kindlichen Berufswunsch kann ich mich nicht erinnern), aber als Jugendliche. Am ehesten würde heute wohl noch die Rechtsanwältin passen – im Kampf mit David gegen Goliath. Und Journalistin. Hab mich aber nicht getraut, ich Vollhorst. Denn eigentlich wäre ich das heute immer noch gerne. Jetzt bin ich PR-Frau, also gar nicht so weit davon weg, aber eben auf der anderen Seite. Und ihr wisst ja, die andere Seite der Mauer ist immer schöner, rosarot und sonnengelb.

Was war der schönste Moment mit Eurem Kind/Euren Kindern?
Ui, einen einzigen schönsten Moment kann ich gar nicht so rausfiltern, zum Glück gibt es nämlich ganz schön viele schöne Momente. Einen wirklich wunderschönen erlebte ich zum Beispiel neulich, als ich Sonntag nachmittags von diesem tollen Yogawochenende zurück kam, mir beide Kinder glücklich in die Arme sprangen und wir anschließend eine gute halbe Stunde auf dem Sofa zusammen ganz innig und fröhlich kuschelten. Das war wirklich wunderschön, herzerwärmend und glücksversprühend.

Bist Du ein Träumer, oder eher realistisch?
Ich bin von Sternzeichen Zwilling, also beides 🙂 Ich träume sehr sehr gerne und überfordere meinen Mann regelmäßig mit Ideen wie „Komm, lass uns nach Schweden ziehen! Oder nach Australien!“. Das ist dann gar nicht so ernst gemeint, sondern für mich die Möglichkeit, mal wieder über unseren Horizont hinaus zu schauen. Mir auszumalen, wie es unser Leben woanders wäre, gibt mir ganz viel Energie und Kraft. Außerdem glaube ich daran, dass man fast alles schaffen kann, das man wirklich will – sofern man sein Ziel halbwegs richtig einschätzt (da kommen wir dann zum realistischen Part). Denn dass ich in diesem Leben nicht mehr Kunstturn-Olympiasiegerin werde, das weiß selbst ich Träumer ganz gut einzuschätzen.

Bist Du verheiratet? Wenn ja, wie romantisch war Euer Heiratsantrag?
Oh jaaaa, der war toll! Im März, in New York, am Wasser. Mein Mann ist IT-ler und hatte den Antrag vorher aufgenommen und auf seinen Ipod gespielt – weil er wusste, er würde zu aufgeregt sein um ihn live zu performen. So setze er mir an meinem Lieblingsplatz in NYC Kopfhörer auf (an sich damals gar nichts ungewöhnliches, weil wir oft zusammen Musik hörten) und es erklang Reinhard Fendrichs „Herz wia Bergwerk“ – eines unserer Lieder seit einem feuchtfröhlichem, romantischen Wiesnbesuch. Und dann ganz viele Worte, die erklären, warum er mich liebt, was er so toll an mir findet und warum er den Rest seines Lebens mit mir verbringen möchte. Hach. Sollte ich mir unbedingt mal wieder anhören! Geheiratet haben wir dann gleich zwei Mal (also ja, ich bin verheiratet), im September darauf im kleinen Kreis standesamtlich und im Juni des darauffolgenden Jahres (2009, schon so lange her!) mit all unserer Familie und Freunden und einer freien Zeremonie.

Welche Ziele hast Du für die nächsten 10-15 Jahre?
Puha. Ich glaube, ich bin kein Mensch, der sich Ziele für die nächsten 10-15 Jahre setzt. Ich wünsche mir, dass meine Familie gesund bleibt, dass meine Kinder glückliche, zufriedene, selbstsichere, achtsame Menschen werden, die liebevoll und fair für das einstehen, das ihnen wichtig ist. Dass sie sich ihre Wünsche erfüllen und sie es immer wagen, zu träumen. Dass sie Liebe finden und Liebe geben können, dass sie sich und andere Menschen glücklich machen. Und für unsere Familie wünsche ich mir einen Lottogewinn, um uns irgendwann doch mal ein Eigenheim rund um München leisten zu können, am liebsten hier am See. Mhm, das waren jetzt Wünsche und keine Ziele. Wünschen kann ich irgendwie besser als zielen. Das ist mir nur früher an den Schießständen auf der Wiesn ganz gut gelungen.

Was kannst Du überhaupt nicht leiden?
Mettbrötchen mit Zwiebeln. Die finde ich wirklich ziemlich eklig und kann nur schwer hingucken, wenn mein Gegenüber eines isst. Ansonsten: Unfairness, gedankenloses Handeln, Motzer, Unfreundlichkeit, Arroganz, verregnete Sommer, Stau, Verschwendung, Palmöl in allen möglichen Produkten, Massentierhaltung, Tierversuche, Plastik überall um uns rum und alles andere was unseren Planeten mutwillig zerstört.

Was ist das Schlimmste und/oder Lustigste, was Deine Kinder bisher angestellt haben?
Mhm, vor wirklich schlimmen Katastrophen sind wir zum Glück bisher verschont geblieben – und ich klopfe gleich mal fest auf Holz, dass das auch so bleibt. Blödsinn haben meine Kinder natürlich trotzdem schon jede Menge angestellt: Meine Tochter hat zum Beispiel mal den gesamten Inhalt meiner fast noch komplett neuen, 50 Euro teuren Haarkur in ihr Badewasser befördert. Ihre Haut war danach wirklich sehr schön weich und ich konnte nicht mal schimpfen, so geschockt war ich. Und mein Sohn ist, als er gerade krabbeln konnte, in unseren Kamin geklettert und hat herzhaft in die verkohlten Holzbriketts gebissen. Er war ganz schön sauer, als ich ihn rausholte und die schwarzen Snacks wegnahm.

So, das wars. Nun gebe ich den Pokal weiter an diese tollen Blogger:

Nina von http://gedankenpotpourri.com
Kerstin von http://chaoshoch2.com//
Paula von http://www.bleibcoolmami.com
Eva von http://www.hiddengem.de/
Séverine von mama-on-the-rocks.blogspot.com/
Alpacanne von https://kofferzuklein.wordpress.com/
Xeniana von https://xeniana.wordpress.com
Nadine von http://lohamum.com
Nadjeschda von http://kindundkoffer.com

Und hier meine Fragen:

1. Lieber Heute oder Morgen?
2. Wie lange schläfst du, um ausgeschlafen zu sein?
3. Wie würdest du dich beschreiben, wie du als Teenager warst?
4. Was ist Dein Lieblingsbuch?
5. Hast du einen größten Traum? Wenn ja, welchen?
6. Irgendwas, das du unbedingt mal loswerden möchtest, dich aber noch nicht getraut hast?
7. Wenn du dich in der Fremde aufhältst und Landsleute triffst: Befällt dich dann Heimweh oder dann gerade nicht?
8. Wohin geht es dieses Jahr in den Urlaub?
9. Wem wärst du lieber nie begegnet?
10. Wenn Du eine Sache in der Welt einfach so verändert könntest, welche wäre das?
11. Wofür bist du dankbar?

Ich freue mich auf eure Antworten! Habt einen schönen Tag ihr Lieben!

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Mein Januar mit ERIK oder It’s never too late to get started

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Nein, wir haben immer noch keinen neuen Mitbewohner. Auch keinen Hund, keine Katze oder sonst irgendein Haustier. Und einen neuen Mann hab ich auch nicht. ERIK, vielleicht erinnert euch, ist die Blogparade von Melpidi, um Herr seiner Ziele und guten Vorsätze zu werden. Nachdem ich die im Dezember brav formuliert habe, ist es nun an der Zeit für ein erstes Zwischenfazit. Um es gleich vorweg zu nehmen und euch etwaige Enttäuschungen am Ende des Textes zu ersparen: So wahnsinnig viel ist (gelinde ausgedrückt) noch nicht passiert.

Aber der Reihe nach:

– Die Kinderzimmer verschönern. Ja stimmt, das will ich unbedingt. Irgendwie. Passiert ist hier noch null nada niente. Und wenn ich unsere Wochenendplanung so anschaue, wird das auch nix im Februar (das muss nämlich am Wochenende gemeinsam mit dem Mann passieren, denn mir obliegt nicht die Kompetenz, in dieser Wohnung eigenständig Bilder aufzuhängen. Das seiner Ansicht nach unverzichtbare Hantieren mit Wasserwaage und Abstandsmesser gehört nicht gerade zu meinen größten Talenten.). Aber März olé, du bist meine große Hoffnung für schöne Kinderzimmer.

– Bilder aufhängen in der restlichen Wohnung, und zwar jede Menge. Ähem, was soll ich sagen. Dieser Punkt ist immerhin so weit fortgeschritten, dass ich mir theoretische Gedanken gemacht habe, wo sich welches Bild sich wo besonders gut machen würde. Da wir aber in naher Zukunft (März!) planen, das Wohnzimmer ein wenig umzugestalten (motivierte Inneneinrichtungsprofis oder Architekten hurra, wollt ihr meine neue beste Freundin sein? Ich backe euch auch nen Kuchen?), bleiben auch diese Gedanken momentan noch in schöner Theorie.

– Überhaupt mehr Bilder und Fotos verwursteln. Genau, da war was. Ich habe einen Ort für die ganzen Fotos und Bilder definiert: Unsere Gästetoilette. Auf der sitzt man nämlich aus Mangel einer Abstellkammer momentan zwischen Wischmob, Besen und Putzlumpen und auch wenn man dort aufgrund schlechter Isolierung und fehlender Heizung sowieso nicht mehr Zeit als unbedingt nötig verbringen möchte, ein bisschen hübscher könnte es an diesem Örtchen schon sein. Daher kommen die Putzutensilien in naher Zukunft (März!) in den Keller (denn nein, ich kann sie nicht einfach runterräumen. Zunächst muss ein logischer Platz für ebendiese definiert und im Anschluss entsprechend equipped werden. Und ihr könnt raten, auch dazu habe ich nicht die entsprechende Kompetenz 🙂 ) und in der Gästetoilette werden Fotos aufgehängt. Denn an den Wänden ist richtig schön viel Platz.

– Sport. Oh Gott Sport. Der Januar startete so gut! Am Neujahrsmorgen ging ich in eisiger Kälte und trotz Schnee und Eis joggen, meine Knie überlebten dieses Experiment und auch in den folgenden Tagen schaffte ich es immer wieder auf meine Yogamatte oder zum Seven Minutes Workout. Bis, tja bis eine fiese Erkältung in meinem Körper einen gemütlichen Stamm fand (sagt man das so?) und sich dort über 14 Tage lang einnistete. Mein Kopf glich einem bubbly wobble und an Sonnengrüße oder Bewegung an sich war nicht zu denken. Irgendwann haben meine Schlachtrufe (und geeignete Mittel aus der Apotheke) diesen fiesen Schmarotzer zum Aufgeben bewegt, aber die Motivation, diese blöde Trulla, hat sich seitdem nicht blicken lassen. Immerhin war ich ein paar Mal Skifahren (und heieiei, ist das anstrengend!), war auf dem tollen tollen Yogawochenende und mache seitdem immerhin kurze Übungen um meine Oberschenkel skirurlaubstauglich (im März!) zu machen. Hier passt mal wieder eines meiner geliebten Zitate:

„You don’t have to see the whole staircase, just take the first step.“ 
Martin Luther King

Mini-Steps zählen bestimmt auch. Gell Martin.

– Lesen. Lesen. Lesen. Wasn das, lesen? So in etwa sieht der Stand der Dinge aus, zum Lesen bin ich überhaupt gar nicht gekommen. Weil mich noch kein Buch entdeckt hat, das den Anfang machen will und weil ich abends, nach dem Kinderinsbettbringen, wenn ich lesen könnte, in einen wachkoma-artigen Zustand weile, bis ich irgendwann selbst ins Bett krabbele. Das wird aber auch wieder besser (spätestens im März!) und dennoch brauche ich dringend noch Inspirationen. Wollt ihr mir helfen? Welches sind die Bücher, die euch so gefesselt haben, die ihr nicht mehr aus der Hand legen konntet? Verratet sie mir und dann will ich auch endlich mal wieder L-E-S-E-N.

– Häkeln! Ich habe mit Lenny begonnen. Und so sieht er momentan (seit Anfang Januar) aus:

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Ich spare mir mal weitere Kommentare.

– Nähen, klar. Nix nähen, klar. Meine Nähmaschine steht immer noch unausgepackt im Koffer, es gibt gerade kein Nähprojekt (und auch etwas wenig Zeit), weswegen ich den Drang verspüre, sie auszupacken. Wobei eine gute Freundin von mir gerade einen kleinen Baby Boy geboren hat und so ein paar kleine Babysachen eigentlich ein hervorragendes Projekt wären. Mal sehen. Ich werde berichten (sowieso).

– Gesünder essen. Ja doch. Endlich ein Punkt von ERIK diesem Hund, bei dem ich zumindest kleine Erfolgserlebnisse berichten kann. Auch wenn die Heilpraktikerin meines Vertrauens mir versicherte, dass der Totalverzicht auf Zucker nicht nötig wäre und ich sofort danach eine Tüte Gummibärchen vertilgt habe (Übertreibung ist ein Stilmittel!), im Großen und Ganzen war der Januar ernährungstechnisch ganz gut. Immerhin etwas!

– So viel wie möglich draußen sein. Naja, es ist halt Winter, ne? Und trotzdem waren wir eigentlich recht viel an der Luft, beim Ski- und Schlittenfahren, beim Spazierengehen am See und weil Mini-Man so gerne Schnee schippt. Und der Frühling, in dem wir noch viel mehr draußen sein werden, kommt ja erst noch (im März!).

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Tja ERIK, was soll ich sagen: Luft nach oben triffts wahrscheinlich am allerbesten. Aber das wird noch mit uns, da bin ich sicher. Spätestens im März.

PS: Ach, neben ERIK hatte ich mir noch den Spaßbefreiten I-am-so-healthy-und-mega-gesund-Januar auferlegt: Kein Alkohol, jeden Tag Sport, kein Zucker. Kein Alkohol, das hat immerhin geklappt. Yeah.

PPS: Sollte der Eindruck entstanden sein, mein Mann wäre ein besserwisserischer Klugscheißer, weil ich alleine hier eigentlich nichts machen darf, dann naja, versuche ich dem energisch zu widersprechen. Er würde sagen, er ist eben sehr ordentlich (was den Vorteil hat, dass er unsere Wäsche zusammen legt, weil ich das nämlich nicht richtig mache) und genau (und deswegen kümmert er sich auch noch um alles mögliche andere alltägliche). Zum Glück ist er daneben sehr liebenswert, so dass ich die Rolle als Nichstnutz und Statist (Übertreibungen sind Stilmittel) inzwischen sehr genieße. Fakt ist: Sport, Ernährung oder sonstige Vorhaben, die eine gewisse Konsequenz erfordern, bürgt er sich erst gar nicht auf, da er weiß, dass er daran scheitern würde. Lenny hingegen wäre bei ihm schon längst unser neuer Mitbewohner, weil er diesen unfertigen Zustand des armen Hasen kaum ertragen kann. Denn er ist eben sehr ordentlich.

Feier dich selbst!

Frauenhof

Ach Leute! Heute ist schon Dienstag und das bedeutet, dass dieses tolle, wundervolle, erfüllende, reinigende, vollkommen energy-boostende Yoga-Wochenende auf dem ich von Freitag bis Sonntag war, leider schon wieder ein paar Tage her ist. Und wirklich, es war so toll! Ich habe schon ein paar Yoga-Wochenenden mit der lieben Jenny mitgemacht und alle samt waren wunderbar und einzigartig. Aber dieses jene, am letzten Wochenende, das war irgendwie ganz besonders besonders. Keine Ahnung, ob ich es dieses Mal extra nötig hatte, weil Yoga in meinem Leben zu so einer Seltenheit geworden ist, ob der Ausnahmezustand Wochenende-ohne-Kinder die Stimmung bei fast allen Teilnehmerinnen gepusht hat, ob es die tolle Gruppe oder die eben ganz besonders tollen Yogastunden von Jenny waren, keine Ahnung. Es hat einfach alles gepasst.

“Keep your best wishes, close to your heart and watch what happens“
― Tony DeLiso,

Und was alles passierte! Schon beim Ankommen im Seminarhaus, dem „Frauenhof“ im Allgäu, der zwar gewisse Vorurteile bestätigt, aber sofort dafür sorgt, dass die total egal sind, hat es zooooom! gemacht und bin ich total runter gefahren. Obwohl sich mein Glaube an Feng Shui wirklich in Grenzen hält scheint es Orte zu geben, die all meine komischen Gedanken, all die Stressgefühle, all das „Du musst“ und all den persönlichen Druck sofort verbannen. Die das Bewusstsein auf das lenken, was wirklich wichtig ist, mich ganz einfach und ohne Anstrengung im Hier und Jetzt ankommen und das extrem genießen lassen. Ich glaube, das Wort Stress existiert an diesen Orten einfach gar nicht.

Und als es dann mit wunderschönen, fließenden Yogastunden losging, die so gut taten und ohne total abgehoben zu sein, mich überall berührten, wir am Samstag Nachmittag mit dicken Schneeschuhen durch unberührte Winterlandschaften stapften, der Sauerstoff all unsere Zellen durchpustete, da war sowieso alles im Flow.

Schneeschuhwandern

Doch die liebe Jenny hatte noch mehr für uns im Petto. Am Anfang jeder Yogastunde stellte sie uns nämlich eine persönliche Frage, die wir in der Runde beantworten oder für uns sacken lassen und für später aufheben konnten. Weil das so gut getan hat, möchte ich das gerne an Euch weiter geben.

Wenn ihr wollt, holt euch ein Stück Papier oder vielleicht sogar ein schönes Büchlein und einen Stift, damit ihr eure Gedanken sammeln und immer mal wieder vervollständigen und nachschlagen könnt. Oder ihr formuliert eure Gedanken einfach für euch in eurem Kopf. Ganz wie ihr wollt und Spaß dran habt.

Los gehts mit der ersten Frage:

1. Worauf bist du stolz?
Ich musste ein bisschen an Lucie Marshalls #momsrock Blogparade denken, denn auch hier fand ich es unglaublich schwer, mich selbst zu loben. Warum ist das eigentlich so verflixt schwierig? Tausend Dinge fielen mir ein, die gerade nicht ganz so rund laufen und die besser werden müssen, aber nichts, das gerade flutscht, weil ich es zum Flutschen gebracht habe. Glücklicherweise fiel meiner Freundin Maike jede Menge ein – wie zum Beispiel diesen Blog zu betreiben, der mir so gut tut – und ich war einmal wieder froh, so tolle Freunde zu haben, die wissen worauf ich stolz sein kann, wenn ich selbst keine Ahnung habe.

„Whatever you are, you are. Be proud of it.“
– Teebeutelweisheit

Und du lieber Leser, wie sieht es bei dir aus? Ist dir direkt etwas eingefallen, worauf du stolz bist? Oder musstest du auch ein Weilchen nachdenken? Dabei muss es gar nichts Großes sein, vielleicht gab es eine Situation, die du toll gemeistert hast, obwohl sie schwierig war? Vielleicht hast du geschafft, etwas anzunehmen, von dem du nicht glaubtest, dass du es könntest? Oder hattest einen Aha-Moment, der nachwirkt und dir gut tut?IMG_6295

Am Ende der Stunde bekamen wir unser persönliches „Feier dich selbst“ Buch geschenkt, in dem wir diese Gedanken sammeln können. Schon länger hatte ich vor ein „Gute Momente“ Buch zu beginnen, die schönen Erlebnisse darin zu hamstern und einen Vorrat schaffen für die vielleicht nicht so guten Tage. Sich einmal am Tag kurz darauf besinnen, was toll war, gerade an Tagen, die vielleicht nicht rosarot und pink waren, das tut ganz schön gut.

2. Frage: Was wünschst du dir?
Diese Frage war schon viel einfacher, praktisch wie für mich gemacht. Früher bin ich viel um die Welt gereist, hatte die Möglichkeit, fremde Länder kennen zu lernen und eine Weile lang ganz neue Kulturen, andere Lebensweisen und Gegebenheiten zu entdecken. Und obwohl wir zusammen mit den Kindern schon tolle Urlaube in Spanien, England, Italien oder Korsika verbracht haben, so langsam kribbelt es mich, mal wieder ungewohnte Gerüche zu riechen, exotisches Essen zu essen, andere Musik zu hören und in ein neues Land einzutauchen. Und so wünsche ich mir sehr, bald wieder mehr zu reisen. Singapur steht für dieses Jahr ganz oben auf meiner Liste, aber auch Australien, Südafrika, Brasilien und ein paar Länder in Südostasien sind Ziele meiner ewig langen Bucket List.

Reisen

„Nimm dir die Zeit um zu Träumen; das ist der Weg zu den Sternen.“
– Irischer Segensspruch

Und du, was wünschst du dir? Gibt es einen großen oder kleinen Traum, den du gerne erfüllt hättest? Oder gleich mehrere? Auch die kannst du wunderbar in dein Büchlein schreiben und immer wieder rauskramen. Denn manchmal muss man sich mit einem Wunsch nur oft genug beschäftigen, damit er sich erfüllt.

Die dritte Frage: Wofür bist du dankbar?
Dankbarkeit. So etwas einfaches und doch so unglaublich wichtiges. Wer meinen Blog vor Weihnachten gelesen hat, kennt meinen Dankbarkeits-Text. Der ist zwar in total mega-sentimentaler Haaaaach-Stimmung entstanden, aber jedes Wort davon meine ich heute noch genauso. Uns geht es so gut und auch wenn mir die großen Schulterklopf-Mensch-bin-ich-cool Momente fehlen, für das Gutgehen und alle, die daran beteiligt sind, bin ich so unendlich dankbar.

„Ich bin dankbar, nicht weil es vorteilhaft ist, sondern weil es Freude macht.“
– Seneca der Ältere

Kinder

Was gibt es in deinem Leben, worüber du dankbar bist? Gibt es besondere Menschen, die in deinem Leben nicht fehlen dürfen? Vielleicht magst du ihnen sagen, warum sie für dich so wichtig sind und du dankbar bist, sie zu haben? Oder einfach für dich froh und glücklich darüber sein? Vielleicht bist du sogar dankbar für ein doofes Erlebnis, das dir passiert ist? Weil es dir die Augen geöffnet hat für das, was wesentlich ist und dir zeigt, wie stark du eigentlich bist? Was auch immer es ist, wofür du dankbar bist, mach es dir bewusst und freu dich darüber. Wenn dir nichts einfällt, dann halte es vielleicht wie Buddha:

Let us rise up and be thankful, for if we didn’t learn a lot today,
at least we learned a little, and if we didn’t learn a little, at
least we didn’t get sick, and if we got sick, at least we didn’t
die; so, let us be thankful.
-The Buddha

Und jetzt: Party on! Feier dich selber, heute und jeden Tag!

FeierDichSelbst2

 

Das Leben der Anderen

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Abfotografiert aus dem tollen flow One-quote-a-day calendar 2015

Reitersblock, Schreibplokkade, Schokolade: Irgendwie fehlt mir gerade die Muse. Irgendwie wollen die Worte gerade nicht so aneinander wie ich es gerne hätte. Irgendwie hab ich gerade auch nicht so arg viel Zeit. Und irgendwie bin ich auch immer noch ein bisschen geflasht und übernächtigt von dem Mega-Konzert der Mega-Fantas gestern Abend. Deshalb lasse ich heute mal die anderen ran und zeige euch ein paar lesenswerte Texte, Webseiten und ach, da Thomas D einen mega kitschigen, aber so schönen neuen Song geschrieben hat, teile ich auch den mit euch. Happy reading!

Das Kaiserinnenreich: Den Blog von Mareice habe ich irgendwann durch Zufall gefunden und er hat mich total gepackt. Mareice schreibt dort nämlich ganz wundervoll über ihr Leben als Mutter von zwei Töchtern, mit und ohne Behinderung. Und sie schafft auf ganz unkomplizierte Weise Verständnis und Nähe und rückt gleichzeitig vieles ins rechte Licht. Regelmäßig interviewt sie andere Mütter mit behinderten Kindern und beim Lesen dieser Interviews laufen mir immer die Tränen über die Backen. Denn auch wenn wahrscheinlich jede von uns zu einer solchen Kämpferin würde, ich bewundere diese Frauen so für ihre Kraft, ihre Stärke und ihren Optimismus.

Mommy, somebody needs you: Ausnahmsweise, ja wirklich ausnahmsweise, gibts hier einen Link zur Huffington Post. Denn dieser Artikel (in Englisch) bringt auf zugegeben recht kitschige Weise das Muttersein so sehr auf den Punkt, dass ich beim Lesen mindestens acht Mal „genau“ gerufen habe. Hier ein kleiner Auszug, aber auch der komplette Text lohnt sich:

„The sooner I can accept that being Mommy means that I never go off the clock, the sooner I can find peace in this crazy stage of life. That „Mommy“ is my duty, privilege and honor. I am ready to be there when somebody needs me, all day and all night. Mommy means I just put the baby back down after her 4 a.m. feeding when a 3-year-old has a nightmare. Mommy means I am surviving on coffee and toddler leftovers. Mommy means my husband and I haven’t had a real conversation in weeks. Mommy means I put their needs before my own, without a thought. Mommy means that my body is full of aches and my heart is full of love.“

Passend dazu schreibt Nina von Gedankenpotpourri (seit ich sie kenne, kann ich auch das Wort Potpourri vehlerfrei schreiben) „Meine Kinder haben meine Karriere gekillt“ – und warum sie ihnen dafür unendlich dankbar ist.

Gott ist mein Zeuge: Mit Gott habe ich es eigentlich nicht so. Zumindest nicht mit dem, der in der Bibel steht oder um den es in der Kirche geht. Da halte ich es wie Maggie Smith aus Downton Abbey: „My Dear, Religion is like a Penis. It’s a perfectly fine thing for one to have and take pride in, but when one takes it out and waves it in my face we have a problem!“ Aber: Das neue Fanta4 Kitschlied, das Thomas D gestern Abend live so schön performed hat und die deutschen Beastie Boys mal kurz zu liebenswerten Familienvätern gemacht hat, das sind Zeilen, die ich meiner Tochter schreiben würde. Und daher gibts hier den Reffreng. Den Rest könnt ihr unter dem Link oben anhören, aber naja, die Studioversion ist nicht halb so gänsehautig wie live.

Du bist du ein Kind dieser Sterne,
ein Engel des Lebens,
du bist der lebende Beweis für mich, für Elfen und Feen,
du bist ein Wesen aus Licht,
ewige Quelle der Freude,
ich gebe mein Leben für dich.
Ja, man, und Gott ist mein Zeuge.
Du bist das größte Geschenk, in diesem Leben für mich.
Denn du bist wunderschön lebendig, wie das Leben an sich.
Und täglich rettest du mich,
deshalb versprech ich dir heute,
Ich würd sterben für dich, ja man,
und Gott ist mein Zeuge.

Das ultimative 10 Schritte Abnehmprogramm gibts bei BleibCOOLmami. Ein kleiner Auszug: Schritt 1: Schaffen Sie sich (mindestens) ein Kind an. Schritt 2: Warten Sie ab. Schritt 3: Nun ist das Kind drei Jahre alt. Um nachfolgende Schritte ausführen zu können, sollten Sie einen Tag wählen, an dem Sie Ihr Kind mindestens 24 Stunden (es kommt Ihnen vor, als wären es 36 Stunden) um sich haben. Wer alle Schritte befolgt, hat garantiert nie wieder zu viel auf den Hüften. Herrlich.

Kiddothekid: Zu guter letzt ein Blogsternchen, das ich neulich erst entdeckt habe. Liz wohnt mit ihrem Mann und dem Kiddo ist Berlin und wurstelt sich dort durch. Wie, darüber bloggt sie in herrlich komischen, nachdenklichen und auch kritischen Stil.

 

So, damit seid ihr erst mal ein bisschen versorgt. Und bald gibts auch wieder was eigenes. Ich hab nämlich eine Idee für eine neue Diät, die nix mit Abnehmen zu tun hat, aber um die mit euch zu teilen (und vielleicht macht ihr ja mit!), müssen die Worte erst wieder aneinander finden. Und ach ja, bald isser fertig, der neue Blog. Dann kommt der ganze Kinderquatsch hier runter und es geht nur noch um Diäten. Und ein guter Mensch sein. Ohne erhobenen Zeigefinger. Happy (vegan) Wednesday euch!

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Abfotografiert aus dem tollen flow One-quote-a-day calendar 2015

 

Ich will nicht, dass du größer wirst! – Ein Brief an meinen Sohn

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Mein lieber kleiner Sohn,

zum ersten Mal in deinem kleinen Leben haben wir zwei, du und ich, einmal ganz ungestört Zeit füreinander. Nur wir zwei, ein ganzes Wochenende lang und sogar noch ein paar Tage mehr, weil deine Schwester und dein Papa zu Oma und Opa gefahren sind. Und weißt du was? Ich genieße das unglaublich.

Ich genieße es, mit dir in aller Ruhe zu kuscheln und nicht daran zu denken, dass deine Schwester auch kuscheln möchte und ich für euch beide Platz finden muss in meinen Armen. Ich genieße es, mit dir in aller Ruhe Türme zu bauen, mit deiner Feuerwehr zu spielen („tut tut“) und mit dir Quatsch zu machen, ohne den Gedanken im Nacken, dass wir gleich irgendwo hin müssen. Ich genieße es, mir richtig viel Zeit zu nehmen um dich ganz gemütlich ins Bett zu bringen, ohne den Druck, dass das schnell gehen muss, da deine Schwester auch müde ist. Wenn du nachts wach wirst bin ich so entspannt, weil ich keine Angst habe, dass du deine Schwester wecken könntest, und weil ich so entspannt bin, schläfst du ganz schnell wieder ein. Und ich genieße es so sehr, meine Zeit, Energie, Aufmerksamkeit, meine Augen und Ohren nicht teilen zu müssen, sondern nur dich zu erleben, zu spüren, zu sehen.

Und: Ich will nicht, dass du größer wirst. Ich weiß, das ist furchtbar egoistisch und zum Glück überhaupt nicht möglich, aber das wurde mir in den letzten Stunden ganz extrem bewusst. Denn mit deinen 15 Monaten bist du EINFACH NUR SÜSS. Alles was du tust ist geprägt von deiner Neugierde, deiner Freude, deinem Entdeckungsdrang, deiner Begeisterung und ist frei von Hintergedanken, Berechnung oder Motivationen. Du bist durch und durch unschuldig. Ich könnte dich den ganzen Tag abknutschen oder am liebsten gleich auffressen.

Wenn ich mich für dich nur ein klitzekleines bisschen zum Affen mache, kicherst du aus voller Kehle, weshalb ich mich für dich sehr gerne zum Affen mache. So sehr, dass es mir schon fast peinlich ist, auch wenn keiner zuguckt. Wenn du deine Mütze aufhast, ziehst du sie dir vor die Augen und sagst „guckuck“ und „daaaa“ wenn du sie wieder hochschiebst und klatschst vor Freude in die Hände. Deine hübschen Augen strahlen dabei über das ganze Gesicht und mein Herz springt fast aus meiner Brust vor Liebe. Wenn ich dich hochnehme, schlingst du deine kleinen Ärmchen ganz fest um meinen Hals, ich schnuppere an deinen Ohren und küsse deine weichen Wangen und will dich gar nicht mehr loslassen. Ich will dich aufsaugen und einsaugen und festhalten und abbusseln und immer beschützen.

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Und auch wenn du mir schon hin und wieder einen Vorgeschmack auf deine Trotzphase gibst – du bist sogar süß, wenn du deinen kleinen Körper vor Wut auf den Boden schmeißt. Weil du noch nicht verstehen kannst, warum du etwas nicht bekommst und ich jetzt noch die Energie habe, darüber zu schmunzeln.

Doch spätestens in einem Jahr bist du nicht mehr nur süß. Dann hast du deine Baby-Unschuld verloren und wirst deine Kraft und deinen Körper einsetzen um zu bekommen, was du möchtest. Du wirst deine Trotzphase ausleben, dich im Supermarkt auf dem  Boden wälzen und meine Worte werden dich nur selten besänftigen können. Ich werde ganz oft ratlos sein, da ich nicht weiß wohin mit all deiner Energie. Und du wirst mich wütend machen und sauer und ich werde hin und wieder glauben, eine schlechte Mutter zu sein, weil ich überfordert bin.

Und auch wenn mir eine weise fünffach-Mutter die schlauen Worte mit auf den Weg gab: „Großwerden ist ein ständiger Tausch. Man gibt etwas schönes her und bekommt dafür etwas anderes schönes. Und man gibt etwas doofes her und bekommt dafür etwas anderes doofes“ und du natürlich selbstständiger, noch toller mit deiner Schwester spielen und Nachmittage bei deinen Freunden verbringen wirst, wir in den nächsten Jahren ganz viel Freiraum und vor allem auch jede Menge Schlaf zurückgewinnen werden – ich finde es furchtbar schlimm, dass du irgendwann nicht mehr so klein und süß und unschuldig sein wirst. Und ich weiß, that’s life. Trotzdem.

Deswegen genieße ich die Zeit bis Dienstag mit dir alleine bis aufs Äußere. Und versuche, diese Momente, dich, deine Begeisterung, dein fröhliches, unschuldiges Wesen irgendwie in mir zu konservieren und mich satt sehen und knutschen an deinem ganzen SÜSS. Schade, dass noch niemand eine Gefühls-Memory-Box erfunden hat, die man immer rausholen kann, wenn man sie braucht. Die könnte ich wirklich gut brauchen.

Ich liebe dich, mein kleiner Schatz. Unendlich.

Deine Mama

No shopping 2015?

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So. Endlich mal wieder ein Shoppingdiät Beitrag. Da heißt dieser Blog Shoppingdiät und dann gibt es ständig diese Kinderthemen, sowas, tss. Allerdings muss ich zugeben, dass die Kinder mein Leben momentan sehr viel mehr bestimmen als shoppen, nicht shoppen, konsumieren und alles was dazu gehört. Daher werde ich den Kinderkrams demnächst auf einen anderen Blog verlegen, damit Shoppingdiät weiterhin den Lesern gerecht wird, die sich für das interessieren, was der Name verspricht: Das Projekt Shoppingdiät, Verzichten, die eigene Garderobe lieben lernen, nachhaltigen Konsum und alles was sonst noch dazu gehört. Und deswegen geht es endlich einmal wieder ums Shoppen. Oder um nicht shoppen. Denn es ist Jahresanfang und auf diesem Blog landen immer wieder Leser, die Suchworte wie „No Shopping“, „Ein Jahr ohne shoppen“ oder tatsächlich auch „Shoppingdiät“ bei Google eingegeben. Vielleicht gibt es also da draußen einige Nicht-Shoppen 2015? Euch schmettere ich ein fröhliches „Juhuuu“ entgegen und wünsche euch bei eurer persönlichen Shoppingpause ganz viel Erfolg und jede Menge Aha-Erlebnisse!

Denn auch wenn mein No-Shopping-Jahr inzwischen schon drei Jahre (halleluja!) her ist, 2012 war eindeutig das Jahr mit den meisten Aha-Erlebnissen. Und wenn ich einen Blick in meinen Kleiderschrank werfe, dann sollte ich eigentlich dringend mal wieder Challenges wie Every-Day-Another-Outfit oder Schrankleichentage einlegen. Zwar ist in den letzten zwei Jahren nicht allzu viel Neues hinzugekommen, aber leider auch nicht durchaus nur Lieblingsteile. Und ich habe wieder „Ich hab nix zum Anziehen“ Momente – auch wenn die nicht mehr in Krisen ausarten und ich natürlich immer irgendetwas zum Anziehen finde. Was ich am schlimmsten finde: Ich kaufe fast keine nachhaltige Mode. Das Feld der nachhaltigen, grünen, fairen, Eco-Fashion ist nach wie vor für mich eine Riesen Baustelle. Lässige Teile gibt es jede Menge, aber mein Kleiderschrank birgt schon ziemlich viele Hoodies, Yogapants und Schlabbershirts in sich, so dass ich hier nicht investieren muss. Wirklich hübsche, ausgefallene Lieblingsteile – die sind entweder richtig teuer oder nicht zu finden.

Aber dennoch, im Großen und Ganzen bin ich ganz zufrieden und empfinde die Shoppingdiät als ziemlich nachhaltig. Denn:

1. Ich kaufe viel viel viel weniger. Wer sich erinnert oder durch das Archiv geklickt hat weiß, dass ich früher zwischen 200 und 400 Euro im Monat für Klamotten ausgegeben habe. Ziemlich problemlos. Ohne das genau nachgerechnet zu haben gebe ich jetzt ungefähr so viel im halben Jahr aus. Und ich habe außer einem Paar Schneeschuhe wirklich schon ewig nichts mehr gekauft.

2. Ich kaufe viel viel weniger, weil ich mehr überlege. Wenn ich ein Teil zwei Mal anziehen und damit vor den Spiegel laufen muss um zu entscheiden, ob ich es behalten oder zurück schicken soll, dann schicke ich es zurück. Immer. Daher habe ich leider immer noch keine graue, lange Strickjacke. Aber ich lebe auch ohne sie.

3. Ich mache immer noch vieles selbst. Zwar kaum Klamotten, da ich dafür einfach zu ungeduldig und ähem, wahrscheinlich auch nicht begabt genug bin, aber lauter Kindersachen und Accesoires. Und das macht mir großen Spaß.

4. Ich suche nach Alternativen. Meine Kosmetik habe ich fast ausnahmslos auf Ressourcen-schonende Naturkosmetik umgestellt, ich vermeide Produkte mit Palmöl (und wirklich, Palmöl ist echt das schlimmste überhaupt! Bitte bitte bitte versucht, diese Produkte nicht zu kaufen!!), benutze so gut es geht Öko-Wasch- und Putzmittel (auch wenn ich meinen Waschnüsse-Versuch nach einer Packung wieder abgebrochen habe. Hartnäckige Flecken in Kinderklamotten kriegen die leider wirklich nicht raus) und bemühe mich, so viel wie möglich bio-, öko und auf jeden Fall regional zu kaufen.

Und das könnt ihr alle auch! Nobody is perfect und niemand muss durch und durch konsequent sein. Aber wenn jeder nur ein bisschen was besser macht, dann ist schon ganz viel getan. Denn ihr wisst ja:

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Und wer noch mehr Inspirationen braucht, findet hier ein paar tolle Projekte und Anregungen:

– Weniger ist mehr: Ein Artikel aus der Zeitschrift Good Impact über Minimalismus. Hier ein kleiner Auszug, der hoffentlich Lust auf mehr macht:

„Minimalismus ist längst kein Nischen-Konzept mehr. Für Stern TV trat Familie Bröhm-Belser das Experiment an, zwei Wochen lang mit nur 100 Gegenständen pro Person auszukommen. Eine Herausforderung, denn der Durchschnitts-Deutsche besitzt rund 10.000 Dinge! Tatsächlich benutzt werden aber nur 100.“

Und nicht nur Familie Bröhm-Belser leb(t)en minimalistisch, die digitalen Nomaden Felicia Hargarten und ihr Freund Markus Meurer gehören auch dazu. Ihr ganzes Hab und Gut passt in vier Ikea-Tüten, plus zwei Erinnerungsboxen mit Briefen und Fotos. In einer Lager-Box in Berlin bewahren sie alles auf, was sie besitzen. Wahnsinn!

– Wie kann ich nachhaltig leben? Dieser Frage ging das Zeit Magazin nach und hat drei Menschen porträtiert, die sich für sich einen Weg gefunden haben. Schaut doch mal rein, vielleicht findet ihr hier Anstöße und Ideen.

So ihr Lieben, in jedem Fall wünsche ich euch ein tolles, nachhaltiges, grünes, faires, gesundes und fröhliches 2015. Und falls es den ein oder anderen Shoppingdiätler unter euch gibt, berichtet doch mal, ich würde mich freuen!

Genieße deine Kinder!

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Genieße deine Kinder – sie werden so schnell groß! Diesen Spruch bekomme ich immer wieder zu hören, von Leuten, deren Kinder schon groß sind. Insbesondere von meiner Mutter, deren Kinder viel zu schnell groß geworden sind. Und oh ja, ich genieße meine Kinder wirklich in vollen Zügen. Wenn Mini-Me alle fünf Minuten zu mir gehüpft kommt und mir einen Kuss auf die Backe drückt, weil sie mich so lieb hat, dann wird mein gesamter Körper von Liebe durchströmt und das genieße ich sehr. Oder wenn ich mit ihr lache, weil sie lustige Fragen stellt, zum Beispiel, was denn in dem Karton drin sei, der rappelt wenn ich bis drei zählen muss, dann freue ich mich über die gekonnt entschärfte Situation und genieße das sehr. Ich bin auch unheimlich stolz und genieße es, wenn sie mir unbedingt von ihren drei Gummibärchen eines abgeben will, weil ich auch eines haben soll und könnte dieses großzügige Kind abknutschen, denn es ist ihr egal, dass sie jetzt nur noch zwei Gummibärchen hat.

Wenn Mini-Man auf mich zugewackelt kommt und mir stolz zeigt, dass ein Schwein grunzt, ein Hund wau wau und ein Auto tut tut macht, dann erfüllt sich mein Herz so sehr mit inniger Liebe, dass ich gar nicht anders kann als genießen. Und wenn er jedes Mal erfreut in die Hände klatscht und sich selbst applaudiert, wenn er einen Stapelbecher auf den anderen stellt ohne dass der Turm umfällt, dann klatsche ich auch ganz fest in meine Hände und genieße es sehr. Und ich genieße es unendlich, wenn ich mit beiden Kindern kuschelnd auf der Couch liege und sich ihre süßen, beschützenswerten, kleinen Körper an mich schmiegen. Dann ist alles gut und genießen ist eigentlich gar kein Ausdruck.

Wenn Mini-Man beschließt, selbst essen zu wollen, da er mit 15 Monaten schon groß ist, dann ganz klar, genieße ich das und unterstütze ihn, weil ich eine gute Mutter sein will und gute Mütter ihre Kinder in ihrer Selbstständigkeit unterstützen. Hilf mir, es selbst zu tun, mach ich, genießend. Wenn er nach 30 Sekunden seinen Löffel samt daran klebenden Früchtebrei hinter sich schmeißt und mit den Händen weiter isst, dann weiß ich, dass ich mich darüber freuen muss, denn er hat das selbst entschieden und is(s)t demnach ziemlich selbstständig. Und auch wenn der Brei auf dem ganzen Tisch, seinem Stuhl, seinen Haaren, seinen Pulliärmel, dem Boden und überall, und ich meine wirklich überall landet, nur nicht in seinen Mund und er dorthin lieber den Inhalt meines Glases befördert und sich an dem so sehr verschluckt, dass er sich und sein gesamtes Umfeld klatschnass macht, Früchtebreistückchen inklusive, dann genieße ich seine tolle Entwicklung und freue mich, dass er nicht erstickt ist. Und dass ich ihn vor dem Essen gerade gebadet habe (try and error), ach, was solls. Ich genieße das schließlich.

Und wenn Mini-Me morgens um 6:15 neben meinem Bett steht, obwohl sie nach Skikurs und Kindergeburtstag und damit verbundenen späten Ins-Bett-Gehen am Vortag eigentlich noch im komatösen Schlaf liegen müsste, dann na gut, genieße ich das. Denn sie hüpft zu mir ins Bett und kuschelt sich an mich und da kann ich gar nicht anders als das genießen, obwohl ich wirklich sehr sehr müde bin. Wenn ich kurz darauf ihre Knie und Ellbogen in meinen Weichteilen spüre, da mit ihr zusammen auch ihr Kompagnon, die Zappelphilippa, wachgeworden ist, dann genieße ich das natürlich auch, ist ja mein Kind und mein Kind soll ich genießen, sagen die Leute. Und wenn ich mich zwei Minuten später aus dem schönen, warmen und nach mir rufenden Bett quälen und mit ihr aufs Klo gehen muss, weil sie sich plötzlich alleine nicht mehr traut, dann naja, bemühe ich mich sehr, das voll und ganz zu genießen. Auch wenn sich Mini-Me um 6:20 Uhr auf den Boden schmeißt, da ich es gewagt habe, ihr das Handtuch zum Händeabtrocknen zu reichen, obwohl sie es sich selber nehmen wollte, atme ich nur kurz ein bisschen tiefer, aber insgeheim genieße ich diesen Trotzmoment mit jeder Faser meines Körpers und frage mich, warum mir Leute immer wieder sagen, ich soll meine Kinder genießen, obwohl das doch das natürlichste und einfachste und selbstverständlichste überhaupt ist und ich keinen blassen Schimmer habe, warum diese Leute annehmen, dass ist das nicht jede verdammte Sekunde lang tue.

Die haben wirklich keine Ahnung, diese Leute.