Beim zweiten Kind ist alles anders oder Wer braucht schon Schlaf

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Liebe Zweit-Mamas oder Paps unter euch, geht es euch auch so? Seid ihr beim zweiten Kind auch viel weniger konsequent oder müsst ständig neue Erziehungstricks aus eurem Hut zaubern, weil die alt bewährten bei Nummer zwei total versagen? Bei mir ist das ständig so. Vieles, was ich beim ersten Kind erfolgreich erprobt habe, klappt beim zweiten überhaupt nicht und ich zweifle gerade an mir und meiner (In)Konsequenz.

Mini-Me zum Beispiel würde heute gerne noch immer mal wieder Gläschchen essen, denn scheinbar vertraut auch sie Herrn Hipp mehr als der Kochkunst ihrer Mutter. Mini-Man hingegen verlangte von Anfang an, dass ich diese entsprechend ausbaue und nahm eigentlich nur selbstgekochten Brei zu sich. Toll dass es solch kluge Geräte wie den Avent Dampfmixer gibt, mit denen das selbst Kochblödies wie ich hinkriegen. Oder: Mini-Me schlief außer an ein paar ganz wenigen Kranktagen nie in unserem Bett. Weil wir kein Fan vom Familienbett sind und weil sie das auch nie verlangte. Mini-Man hingegen nistete sich dort schon in seiner ersten Lebenswoche ein, weil er dicht an einen von uns rangekuschelt schon als Neugeborener fast die ganze Nacht durchschlief (leider hielt dieser Zustand nicht an…) und Schlaf für Eltern sowas wie eine Truhe voller Goldmünzen ist und damit nichts, das man gerne wieder hergibt.

Und Mini-Me muss man manchmal in Ruhe lassen, vor allem wenn man sie beruhigen oder zum Einschlafen bringen will. Schon als Baby weinte sie sich manchmal in den Schlaf und so unschön das ist, es hätte das absolute Gegenteil bewirkt, sie ewig lang zu betäschteln. Mini-Man dagegen kommt so richtig in Schwung, wenn man ihn alleine lässt. Soll er einschlafen und hat dazu keine Lust obwohl er zum Umfallen müde ist, muss man ihn so lange betüdeln, besingen oder streicheln, bis der kleine Wutprinz in ihm zur Ruhe kommt. Und das kann manchmal Stunden dauern, denn ziemlich lange findet er es viel witziger mit seinem Leuchtschnuller Jedi-Ritter zu spielen, mit seiner Stimme krrrrchhhh krchhhh Laute auszuprobieren oder lauthals „nein nein nein nein“ zu singen.

Und hier liegt der Hung begraben: Seit etwa zwei Monaten wird Mr. Nein, äh Mini-Man, so gut wie jede Nacht wach. Und verlangt dann 1. den Platz seines nächtlichen Schauspiels in unser Bett zu verlegen (denn er schläft eigentlich inzwischen in seinem eigenen in seinem Zimmer) und 2. irgendwann, nach so einer halben bis eineinhalb Stunden, eine Milchflasche. Während dieser Zeit macht er vornehmlich Fitnesstraining in dem er sich mit voller Wucht in unserem Bett hin und her wirft und regeneriert sich zwischendurch in akutem Sekundenschlaf – um kurz drauf wieder aufzuwachen und meine Frisur mit Dreadlocks zu verschönern (ich überlege es ernsthaft einer Freundin von mir gleichzutun. Die legte ihrem Sohn, der auch nur einschlief wenn er ihr ewiglang an den Haaren zupfen konnte, eine Perücke ins Bett). Das Training endet erst, wenn ich irgendwann in die Küche wanke um ihm ein Fläschchen zu machen – das er laut Kinderärztin und allen Ratgebern (die mir eigentlich ziemlich schnuppe sind) nicht mehr braucht und die eigentlich auch schon monatelang kein Thema mehr war. Mini-Me hätte ich damals einfach in ihr Zimmer verfrachtet und allenfalls dem gut gemeinten, (aber nur mäßig funktionierendem) Tipp, alle fünf Minuten mal gucken zu gehen um dem Kind zu zeigen, dass man noch da ist, gefolgt. Und sie hätte sich garantiert in den Schlaf geweint, was immer noch nicht schön ist, aber sie hätte geschlafen (Gold!).

Bei Mini-Man funktioniert das nicht. Denn wenn er lange genug laut genug Krach macht, was er in seinem Bett definitiv bis zum hyperventilierenden Kollaps tun würde und somit ganz anders als seine Schwester ist, weckt er die trotz ihres eigentlich super festen Schlafs ziemlich sicher irgendwann auch auf. Und deren Nichtaufwachen hat neben egoistischen Schlafdochbittewiederein-Wünschen absolute nächtliche Priorität. All-Night-Party zu viert braucht kein Mensch (zumindest nicht, wenn zwei der Partygänger unter 30 sind). Und es funktioniert auch nicht, Mini-Man gleich nach dem Aufwachen eine Flasche zu machen, denn dann gibt es die nächtliche Action und Rastalockenfrisieren eben danach.

Weil bisher alle Versuche Scheitern auf voller Linie bedeuten frage ich mich: Bin ich einfach zu inkonsequent? Dürfte ich seinem Willen, der angeblich nix mehr mit Bedürfnis zu tun hat (laut Kinderärztin und Ratgebern…) einfach nicht nachgeben? Kapiert er, dass er an der Macht sitzt und irgendwann bekommt, was er will (ich glaube schon)? Und viel wichtiger: Was mache ich jetzt? Einfach Augen zu (hahahaaaaa!) und durch, denn irgendwann wird auch diese „Phase“ (mein Anti-Kinder-Wort!) zu Ende sein? Ich hab keine Ahnung. Aber wenn jemand von euch eine hat, her damit. Ich bezahle notfalls auch in Gold.

 

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2 Gedanken zu „Beim zweiten Kind ist alles anders oder Wer braucht schon Schlaf

  1. Cooler Text!! Kann mir gut vorstellen, dass man mit dem Zweiten nicht so konsequent ist, weil wahrscheinlich einfach Kraft und Energie fehlt. Daher sind die meistens auch etwas unbeschwerter und blauäugiger, weil sie schon immer mehr durften. Aber man kann halt auch nicht immer alles perfekt machen. Wünsche euch trotzdem, dass sich die Schlafsituation bald bessert!

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