#Momsrock oder: Warum ich mal stolz auf mich sein darf

Naja, ehrlich gesagt geht es heute doch nicht darum, wie man die Welt verbessern kann. Heute muss ich mich erst einmal ganz doll selbst loben (aber wenn wir weiter denken und an den Butterfly-Effect glauben, dann verbessert das am Ende auch die Welt! Denn wie toll wäre eine Welt voller guter Stimmung und Freude und Liebe und Lob und hach…). Aber Eigenlob stinkt, so sagt der Volksmund. Wie unrecht der hat, stellt Tanya Neufeldt fest, die den wunderbaren, lustigen, Blog Lucie Marshall betreibt. (Übrigens der erste Mama-Blog, den ich wirklich gerne gelesen habe!) Sie sagt: Mamas, vergesst mal euer omnipräsentes schlechtes Gewissen und lobt euch selbst mal so richtig dick und fett. Denn moms rock, findet sie, und startet daher die gleichnamige Blogparade #Momsrock. Da sollen Mütter erzählen, was sie in Bezug auf ihre Kinder richtig gut hinkriegen und vor Lobhudelei am besten rot werden. Und ich finde, sie hat voll und ganz recht und deswegen wage ich es mal, mich selbst ein bisschen zu betüdeln!

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Doch ganz ehrlich, Eigenlob ist ganz schön schwer. Es ist viel viel leichter, sich zu bescheren, sich selbst klein machen und das schlechte Gewissen zu nähren als sich hinstellen und zu sagen: „Hey Leute, ich bin ganz schön cool. Weil ich das und das richtig gut hinkriege.“ Und so musste ich erst einmal eine Weile überlegen, was es eigentlich ist, das ich bei meinen Kindern richtig gut hinkriege. Klar liebe ich die beiden über alles und bin stolz darauf, wie lustig und fröhlich und liebenswert und phantasievoll und freundlich und empathisch und knuddelig sie sind. Und dass sie im großen und ganzen ziemlich cool sind, liegt garantiert zum großen Teil an uns. Aber was ist das genau, was steckt dahinter? Und als ich so nachdachte über die letzten dreieinhalb Jahren seit denen ich Mutter bin, bin ich immer wieder da rausgekommen: Ich mache mir keinen Stress, alles richtig zu machen.

Von Anfang an habe ich gesagt, dass niemand perfekt ist und ich ganz bestimmt Fehler machen werde. Doch ich habe immer auf meinen gesunden Menschenverstand vertraut, dass diese Fehler nicht gravierend oder gar lebensgefährlich sind. Aber es wäre für mich kein Weltuntergang gewesen wenn Mini-Me oder Mini-Man per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen wären, ich habe mir keinen großen Kopf gemacht, ob sie unbedingt sechs, zwei oder zwölf Monate gestillt werden müssen, sondern jeweils entschieden, was für uns das Beste war. Ich hatte nie Angst, dass meine Kinder die Bindung zu mir verlieren, wenn ich mir hin und wieder mal eine Auszeit von ihnen gönne, egal ob sie drei Wochen oder drei Jahre alt sind, denn ich wusste immer, dass unsere Bindung unerschütterlich und eine Auszeit für mich super klasse ist. Und es gibt ganz viele Beispiele mehr, in denen ich keine Angst hatte, alles richtig machen zu müssen, denn alles richtig machen geht sowieso nicht.

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Und diese Einstellung hat mir eine große Gelassenheit und wahrscheinlich somit auch irgendwie relaxte Babys gebracht: Die ersten zwei Monate mit Mini-Me waren die entspanntesten meines Lebens. Noch nie vorher hatte ich so viel Zeit, eine freie Birne, so wenig Nackenverspannungen und gleichzeitig so viel Liebe, Lachen und Wärme in meinem Leben (dann hab ich dummerweise wieder angefangen zu arbeiten und futsch war das tolle Sommerferiengefühl. Kardinalfehler Nummer 1!). Und trotz vollkommen neuem Rhythmus und neuen Ängsten, von deren Existenz ich nicht die geringste Ahnung hatte, war ich so erfüllt und konnte so viel machen! Mini-Me kam einfach überall mit hin und machte alles mit und ich vertraute auf mein Gefühl, dass es schon ok ist.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich will niemanden kritisieren, der genau diese Angst hat, alles richtig machen zu wollen. Die ist nur total verständlich und jeder geht anders an diese krasseste und emotionalste Sache der Welt ran. Ich sage hier nur, dass es das ist, worauf ich ein bisschen stolz bin: dass ich irgendwo eine gewisse Grundentspannung in meinen Rucksack gepackt habe, der mir erlaubt, auch mal zu Scheitern. Und ich verkneife mir einfach mal zu sagen, dass trotzdem ganz oft nicht entspannt bin und ganz viel mache, auf das ich eben nicht stolz bin. Und dass meine Kinder auch nicht immer nur toll und brav und süß und perfekt sind. Denn das gehört jetzt nicht hier her.

Und weil ich auch ganz tolle Freundinnen habe, die ebenso tolle Mamas sind, möchte ich auch die loben, denn sie haben es verdient! Sie geben jeden Tag ihr Bestes und ich kriege immer wieder Tränen in die Augen, wenn ich uns zusammen sehe und unsere kleinen Menschleins betrachte. Liebe Freundinnen, ihr seid so toll und ich bin so froh, euch zu haben!

Und jetzt liebe Mamas, geht raus und lobt euch selbst und alle anderen. Denn ihr habt es alle verdient (und denkt an den Butterlfy-Effect!). Danke liebe Lucie Marshall für die tolle Inspiration, es hat total gut getan, in all dem Chaos, Gewurstelt und Alltagswahnsinn einfach mal stolz auf sich sein zu dürfen. Danke!

Übrigens: Mini-Me habe ich meine kleine Tochter schon jenseits des Blogs immer wieder genannt, weil sie mir einfach so unglaublich ähnlich ist. Aber ich muss gestehen, dass ich den Begriff als Blognamen zuerst bei Melanie von glücklich scheitern (noch einem sehr tollen Mama-Blog mit sehr coolem Namen, in dem es auch darum geht, die Welt irgendwie zu verbessern) gelesen habe. Ich hoffe es ist ok, liebe Melanie, dass auch ich meinen Nachwuchs so betitele. Wenn nicht, bitte melden, dann wühle ich in meinem Hirn nach einem neuen.

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2 Gedanken zu „#Momsrock oder: Warum ich mal stolz auf mich sein darf

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