Tag 324: Wie gehts weiter?

Es ist Montag, the day after Glasgow (ein ausführlicher Bericht kommt natürlich auch noch) und Zeit, ein paar Fragen zu beantworten. Nämlich: Wie gehts weiter? Wie wird das Jahr 2013 nach 366 Tagen Shoppingabstinenz? Darüber denke ich mehr oder weniger ständig nach, seit ich die Q4-Schallmauer durchbrochen habe. Denn bisher wars einfach, nicht kaufen ist nicht schwer, wenn man sich mal daran gewöhnt hat. Kritisch wirds erst, wenn ich wieder darf und sich herausstellt, ob die Shoppingdiät überhaupt was gebracht hat.

Klar ist: Ich vermisse tatsächlich nicht ein einziges Teil, das mir zwar mal ins Auge gesprungen ist und das ich früher ohne mit der Wimper zu zucken mitgenommen hätte. Und ich habe immernoch viel zu viel. Obwohl ich ganz rigoros ausgemistet habe, findet sich immer noch jede Menge Zeugs im Schrank, das ich nicht so gerne anziehe. An meine kunderbunte Schuhsammlung zum Beispiel habe ich mich noch gar nicht herangewagt und bevor 2013 eventuell ein neues Paar Einzug erhält, muss ich hier definitv ran. Kein Mensch braucht durchgelatsche 10-Euro-Ballerinas, die inzwischen vier Jahre alt sind (immerhin, die haben sich gelohnt!). Genau wie ich alles andere noch einmal genauer unter die Lupe nehmen und das neue Jahr total entlastet beginnen werde. Und dann?

Klar ist auch: Ich habe ein wenig Angst, in alte Gewohnheiten zurück zu fallen, aber ich glaube, so schlimm wirds nicht. Als neulich ein Päckchen vom Textilschweden ankam (liebe Nunu, ich habe diese Wortschöpfung mal übernommen) und mein Liebster in Wollpullis für 39,90 EUR schlüpfte, sträubten sich mir die Haare. Das kann nix sein, dachte ich, und geht für mich in Zukunft ganz bestimmt nicht mehr. Oder nur in absoluten Ausnahmefällen, die mir momentan beim besten Willen nicht einfallen. Auch wenn ich 2013 ganz bestimmt nicht nur bio, fair oder nachhaltig kaufen werde, will ich dennoch versuchen, mir hauptsächlich solche Sachen zuzulegen. Und nur noch 100% Treffer mitnehmen, keine Vielleicht-Schnäppchen.

So schön in der Theorie, aber wie wirds in der Umsetzung? Werde ich wie ein Junkie nach der Rehab erst mal einen Dealer ansteuern, sprich einen Shoppingbummel machen und jede Menge 100% Treffer kaufen? Denn davon finde ich beim momentanen flüchtigen Scannen schon einige. Werde ich danach auch wieder regelmäßig shoppen, Läden durchstöbern und zwar ausgewählter, aber dennoch immer wieder und ständig was kaufen? Oder nur, wenn ich wirklich etwas „brauche“? Wann genau wird das sein, das Brauchen? Also, ganz sicher ist: Ich brauche einen Plan. Zumindest für die ersten drei Monate, bis ich mit dieser ganzen Freiheit klar komme. Und den werde ich in den verbleibenden 42 Tagen aufstellen. Gerne mit eurer Hilfe, wenn jemand Vorschläge hat…

 

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7 Gedanken zu „Tag 324: Wie gehts weiter?

  1. du brauchst einen plan, ich brauche graue boots 😀 😀 nein, scherz beiseite – du schaffst das. Ich denke, dass innerhalb dieses jahres bei uns beiden sowieso das totale umdenken eingesetzt hat. und ich denke sowieso ähnlich wie du – es gilt, sich an den vorsatz zu halten. aber wenns nicht immer funktioniert, sind wir deshalb auch keine schlechten menschen…

  2. „Brauchen“ definiere ich so:
    – wenn ich nach dem Waschtag, wenn die Wäsche noch feucht ist, nichts mehr von einer bestimmten Art (Unterhosen, Socken, Hemden …) zum Anziehen hätte.
    – wenn etwas kaputt geht
    – wenn ich im Winter frieren müsste, weil ich nichts Warmes mehr habe.
    Da Sie „immer noch viel zu viel“ haben, empfehle ich als Plan: Erst dann ein Teil kaufen, wenn vorher zwei Teile verschenkt, verkauft oder entsorgt worden sind!

    Herzliche Grüße
    E. K.

  3. Vielleicht hilft Dir ja eine Einkaufsliste: Du scannst nochmal ganz sorgfältig Deinen Kleiderschrank und überlegst, was Dir wirklich fehlt. Das kommt auf die Liste. Und Du kaufst erstmal nur, was auf der Liste steht – und auch da nur 100%-Treffer.

    … und noch eine Idee: Wenn Du jetzt weiter ausmistet, fotografiere doch einfach die ganzen ungeliebten oder halbgeliebten Teile, bevor sie verschwinden. Wenn Du in Versuchung bist, wieder was „Halbgutes“ zu kaufen, schaust du Dir die ganzen Müllfotos an und erinnerst Dich, wie und warum Du das Zeug damals gekauft hast. Das sollte Dich doch von weiteren blödsinnigen Käufen abhalten, oder?

    Ich bin jedenfalls gespannt. Schließlich brauche ich ab Juli auch einen Masterplan 😉

  4. Hallo, ich habe ihren interessanten Blog erst jetzt entdeckt, durch einen Fernsehbericht. Das finde ich wirklich gut sich so ein Projekt vorzunehmen. Es erinnert mich an Meike Winnemuth, die erst ein ganzes Jahr lang „DaskleineBlaue“ getragen hat, jeden Tag neu kombiniert mit immer anderen Accessoires und danach ein Jahr auf Weltreise „VormirdieWelt“ ging mit wenig Gepäck und auch da eine sehr gute Garderobe immer neu kombiniert hatte.
    Vielleicht könnte man sich vornehmen für jede neue Hose muss eine alte weg usw. das wäre sicher für uns alle eine gute Möglichkeit den Kleiderschrank und den Geldbeutel unter Kontrolle zu haben.
    Ich wünsche Ihnen viel Glück für die Zeit danach.

    • Hallo Daniela,
      vielen Dank. Ich werde demnächst aber ohnehin nochmal richtig ausmisten und habe inzwischen doch Bedarf an ein paar Sachen (warme Winterpullis!!). Aber kommt auf jeden Fall auf meine Liste…

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