Tag 286: Echt jetzt, hessnatur?

Schon ein paar Mal drüber berichtet und hier nochmal für alle, die es noch nicht wissen, ich teste gerade wie 1.499 andere Menschen auch einen Cardigan von hessnatur. Ich hatte mich wirklich sehr über ein neues Teil in meinem nun bald mindestens einen Jahr altem Kleiderfundus gefreut und zwar so sehr, dass ich fast über das sehr langweilige Design hätte hinwegsehen können. Teil dieses Tests sind aber Aufgaben, die mich langsam wirklich ein bisschen sauer machen. Der erste: Cardigan (aus Schurwolle) und Baumwollshirt beim Duschen aufhängen, nachher fühlen welches Teil feuchter ist. Überraschung, es ist das Baumwollshirt. Test zwei: Kältetest. Cardigan und Baumwollshirt im Vergleich draußen anziehen und erfahren, was besser wärmt. Noch ne Überraschung, der Cardigan! So langsam fange ich an, mich zu ärgern, denn ich für dumm verkauft werden möchte ich auch dann nicht, wenn ich netterweise ein hochwertiges Kleidungsstück geschenkt bekomme. Woche drei treibt es nun aber auf die Spitze, wir sollen kochen, richtig scharf mit Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen und dabei den Cardigan tragen. Und natürlich soll sich auch das Baumwollshirt in der Küche befinden, damit wir danach beides auf den Balkon hängen und vergleichen können, welches Teil am nächsten Tag weniger riecht. Echt jetzt, hessnatur?

Ich bin ja selbst Kommunikations-Schnuffi und weiß, dass das Unternehmen nicht einfach so 1.500 Cardigans verschenken, sondern damit auch etwas bezwecken möchte. Nämlich, dass man sich mit anderen über die tolle Qualität austauscht, am besten ganz viele Blogbeiträge schreibt und hessnatur so eine entsprechende Coverage in seiner Zielgruppe und auch darüber hinaus beschert. Vollkommen sinnvoll und gewisse Testaufgaben müssen in diesem Konzept natürlich auftauchen. Aber wirklich auf diesem Niveau? Sorry, liebes hessnatur-Team, ihr enttäucht mich. Der Ansatz war so gut, aber jetzt wird’s echt albern. Wenn ihr eine gute Agentur sucht, die euch so ein Projekt konzipiert, die Zielgruppe nicht für doof hält und auch noch ein bisschen Lifestyle rein bringt, es gibt sie. Bei interesse kann ich gerne eine vermitteln. Und einen vernünftigen Designer treiben wir auch noch auf!

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21 Gedanken zu „Tag 286: Echt jetzt, hessnatur?

  1. Du machst dich lustig über diese Aufgaben, aber vielleicht wissen die bei hessnatur selbst nicht, was nun besser, toller und superer ist: Baumwollshirt oder Cardigan 😉

  2. Genau das ist es, mit diesem Cardigan-Test wird von den wirklich aktuellen Problemen bei Hess-Natur bzw. Capvis total abgelenkt, und jawohl, die Konsumenten sollen für dumm verkauft werden – sie werden sogar verklagt! GARNICHT LUSTIG! Also lieber Cardigan ausziehen und Hess-Natur boykottieren!
    http://www.taz.de/!102856/

  3. Hallo Katrin,

    danke für Deine Rückmeldung. Die Testaufgaben haben wir in dieser Form gestaltet, um Bio-Wolle mit ihren besonderen Eigenschaften erlebbar und mit anderen Fasern vergleichbar machen. Dabei geht es vor allem darum, diese Eigenschaften im Alltag zu testen. Die vielen Rückmeldungen der hessnatur-Insider zum täglichen Gebrauch sind wichtige Informationen für uns, wie sich der Cardigan auf Dauer beim Tragen verhält und ggf. verbessert werden kann.

    Auf jeden Fall nehme ich Dein Feedback mit und schaue, wie wir uns in Sachen Testaufgaben bei unseren zukünftigen Aktionen steigern können. Ich hoffe, Du bleibst bis zum Ende des Cardigan-Checks dabe. Vielleicht überzeugt Dich ja unsere nächste Aktion mehr – da wird es mehr um Wellness gehen. Erste Infos dazu findest Du im November auf unserer Insider-Plattform.

    Viele Grüße.

    David.

    • Lieber David,

      vielen Dank für dein Feedback, das freut mich sehr! Ich verstehe natürlich die Konzeption der Aufgaben und finde es toll, dass ihr die Eigenschaften des Cardigans erlebbar macht – das möchte ich auch gar nicht kritisieren. Der Baumwoll-Vergleich war beim ersten Test auch interessant, bei den nachfolgenden aber etwas unangebracht. Er stößt einfach von vorneherein so sehr auf das Ergebnis, dass man überhaupt keine Lust mehr hat, den Test überhaupt zu machen. Und das ist natürlich schade und dann letztendlich auch vorbei-konzipiert. Dennoch wünsche ich euch viel Erfolg und natürlich werde ich die weiteren Tests beobachten und ggfs durchführen.
      Liebe Grüße
      Katrin

  4. Hallo Katrin und alle Interessierten,

    obwohl das Problem von Hessnatur und Capvis und deren Ablenkungsmanöver hier schon erwähnt worden sind, hier noch mal für alle, die es nicht mitbekommen haben:

    Hessnatur wurde Ende Mai von einem Schweizer Private-Equity-Fonds (sogenannte „Heuschrecke“) gekauft. Seitdem fließen die Gewinne von Hessnatur per „Gewinnabführungsvertrag“ an diesen Fonds mit Namen Capvis. Wer die Hintermänner, d.h. Geldgeber, von Capvis sind, ist schwer herauszubekommen, weil solche Fonds ein großes Interesse daran haben, ihre Kapitalgeber geheimzuhalten. Außerdem gehen die neuen Eigentümer von Hessnatur gegen eine kritische Webseite, die sich mit der Frage nach diesen Hintermännern beschäftigt hat, mit juristischen Mitteln vor, vertreten durch eine der größten Anwaltskanzleien der Welt (siehe http://wir-sind-die-konsumenten.de). Manches darf man aber trotzdem noch öffentlich aussprechen, z.B. das hier: http://www.dreigliederung.de/news/12100400.html

    Lange bevor Hessnatur an Capvis verkauft wurde, hatten sich Mitarbeiter und engagierte Kunden zu einer Genossenschaft namens hnGeno (http://www.hngeno.de/) zusammengeschlossen, um ihr Unternehmen selber zu kaufen und nachhaltig und fair weiterzuführen. Was dagegen der neue Eigentümer mit Unternehmen macht, die er kauft, kann man hier nachlesen: http://www.dreigliederung.de/capvis/
    Jetzt gehört Hessnatur jedenfalls einem Investor, der das Geld weiterer und z.T. sehr zweifelhafter Investoren verwaltet und vermehrt. Eine der ersten Aktionen dieses Investors war es übrigens, den langjährigen Geschäftsführer von Hessnatur, Wolf Lüdge, der für den außerordentlichen Erfolg des Unternehmens in den letzten zehn Jahren verantwortlich gemacht wird, zu feuern – entgegen ihren ursprünglichen, natürlich nur mündlich gemachten Versprechungen. Hier kann man außerdem nachlesen, was aus den deutschen Mitarbeitern des bekannten Besteckherstellers WMF geworden ist, nachdem ihre Firma von Capvis gekauft wurde: http://www.swp.de/ulm/nachrichten/wirtschaft/WMF-fertigt-Rohbesteck-nur-noch-in-China;art4325,542219

    Liebe Grüße

    Thomas

    P.S. Schau mal hier nach:

    http://www.taz.de/!96175/
    http://www.taz.de/!102856/
    http://www.fr-online.de/wirtschaft/oekomode-hersteller-kritik-an-hessnatur-unerwuenscht,1472780,20073102.html
    http://www.hngeno.de

      • Der Brief von Marc Sommer ist in seiner Verlogenheit besipielhaft und entlarvend für die ganzen Geschehnisse um Hessnatur. Das Gericht in Frankfurt hat NICHT darüber befunden, ob die Aussagen von Mosmann und Schurack wahr oder falsch sind. Vielmehr hat Marc Sommer zu der Beantragung der einstweiligen Verfügung eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, in der er behauptet hat, soeben erst davon erfahren zu haben, was den neuen Eigentümern von den Initiatoren der Webseite wir-sind-die-konsumenten.de vorgeworfen wird. Dabei hatten Mitarbeiter von Hessnatur sämtliche Artikel von Mosmann an das Schwarze Brett geheftet, an dem Sommer jeden Tag mehrmals vorbeigeht. Des weiteren hat Sommer sich selbst gegenüber den Mitarbeitern von Hessnatur auf die Webseite wir-sind-die-konsumenten.de bezogen. Gegenüber dem Gericht aber hat er behauptet, eben erst die auf dieser Seite behaupteten Zusammenhänge erfahren zu habe – hat also vermutlich gelogen, jedenfalls kann ich es mir nicht anders vorstellen – und auf diese Weise den Eindruck einer besonderen Dringlichkeit erweckt! So nach dem Motto: „Wir haben uns über die Kundenproteste gewundert, aber erst jetzt haben wir begriffen, warum es die gibt, bitte handeln Sie schnell, liebes Gericht, um Schaden von Hessnatur abzuwenden!“ – So erwirkt man nunmal eine einstweilige Verfügung, die ja gerade bedeutet, dass das Gericht den Streitpunkt NICHT auf seinen Tatbestand prüft, sondern im Interesse des Antragsstellers handelt, unabhängig davon, ob dieser im Recht ist oder nicht (Der Antragsteller muss die von ihm behaupteten Tatsachen nicht beweisen, sondern nur glaubhaft machen (§§ 936, 920 Absatz 2 ZPO), wozu eben die eidesstattliche Versicherung von Sommer dient). Deswegen heißt das ja EINSTWEILIGE Verfügung. Marc Sommer weiß das sicherlich ganz genau, behauptet aber mal wieder etwas völlig anderes. Das heißt, ER LÜGT, so wie Capvis das von Anfang an getan hat („WIr werden keine Veränderung in der Geschäftsführung vornehmen“, „Marc Sommer wird nicht operativ tätig werden“). Ein bemerkenswerter Vorgang, und erstaunlich, wie er und Capvis damit durchkommen – insbesondere vor den Beschäftigten von Hessnatur. Aber kommen sie wirklich durch?

      • Hallo Katrin,
        die von mir bisher eingestellten Beiträge haben ursprünglich mit dem Cardigan -Test nicht viel gemeinsam. Aber ich denke, da vielen Kundinnen die Vorgänge bei Hess-Natur nicht bekannt sind, sollte man zumindest darüber aufklären. Die Entscheidung liegt ja bei jedem Einzelnen; ob pro oder contra.

        Im Hess-Natur Blog habe ich noch einen interessanten Eintrag gefunden :

        „Messen Sie uns an unseren Taten “
        http://de.hessnatur.com/blog/page/3/

        Nach all den Geschehnissen der letzten Monate ….. ist dies ernst gemeint ?
        Vermutlich …. ja !

        Werden wir Kunden/innen für so einfältig gehalten, dass wir , nachdem was bisher bekannt ist und veröffentlicht wurde bezüglich des Verkaufs von Hess-Natur und den nicht eingehaltenen Versprechungen, das Spiel nicht durchschauen. ?

        Gruß
        Christin

      • Das ist alles ziemlich krass. Und macht dieses eigentlich so sympatische Unternehmen total zunichte. Klar haben alle Dreck am Stecken, aber die anderen tun wenigstens nicht so als wären sie gut. Oder waren es mal.

      • Hallo Thomas,

        bezüglich der eidesstattlichen Erklärung von Marc Sommer habe ich eine Frage an Dich :

        Wer ein solche Erklärung abgibt und es sich ( vor Gericht ) herausstellen sollte, dass diese ..nicht wahrheitsgemäß… ist, mit welchen Konsequenzen hat der Betroffene zu rechnen?
        Vermutlich sind die Folgen für den Abgebenden nicht unerheblich, oder ?
        Deswegen bin ich verwundert, dass ( sicherlich nicht ohne Wissen der Anwälte )
        eine solche Erklärung abgegeben wurde, obwohl die Tatsachen dagegen
        sprechen.
        Gruß
        Christin

      • Hallo Christin,

        die Abgabe einer unwahren eidesstattlichen Versicherung ist eine Straftat. Eine vorsätzlich unwahre EV wird meines Wissens wie ein Meineid mit bis zu 2 Jahren Haft bestraft, bei Fahrlässigkeit bis zu 1 Jahr. Einer Straftat möchte ich niemanden bezichtigen und will auch niemanden moralisch vorverurteilen. Ich persönlich glaube Sommer nicht, aber ich bin (zum Glück) kein Gericht 😉
        Anwälte machen das, was ihr Mandant will. Wozu sie dem Mandanten raten, ist eine andere Sache, aber grundsätzlich handeln Anwälte erst einmal immer nach dem Willen ihrer Mandanten. Ich persönlich glaube überdies, dass Capvis auch gar nicht so dumm gewesen wäre, soviel Staub aufzuwirbeln. Das zieht ja immer größere Kreise eben durch den juristischen Hammer, mit dem da jetzt herumgedroschen wird. Deshalb vermute ich, dass Sommer selbst dahintersteckt, weil er in seiner Kompetenz und Integrität in den Artikeln von Mosmann in Frage gestellt wurde – Sommer sei inkompetent, nehme immer alles persönlich und handele aus Eitelkeit, so Mosmann. Ich glaube, dieses Handeln aus (verletzter) Eitelkeit ist genau das, was er jetzt tut, zum Schaden von Hessnatur und zum Schaden von Capvis. Aber ich kann mich auch irren. Wer weiß, was die Zukunft bringt…

        LG
        Thomas

      • Hallo Katrin und alle Interessierten,
        das Gericht hat am 17. 1.2013 die Verfügung gegen Mosmann/ Schurack aufgehoben, die Betreiber der Webseite können/könnten nun weiterhin offenlegen welche Firmen bei Hess Natur beteiligt sind und im Hintergrund agieren.
        Information.:
        http://wir-sind-die-konsumenten.de/presse/gericht-entscheidet-fuer-schurack-und-mosmann.html
        Irritiert bin ich allerdings auf die gegebenen Antworten von Marc Sommer auf dem Hess-Natur Blog bezüglich dieser Entscheidung.
        Gruß
        Christin

  5. Hallo Nora,

    die Produkttester-Aktionen gibt es schon seit mehreren Jahren bei hessnatur. Aufgrund der großen Begeisterung unserer Kunden für Kampagnen wie die Peru-Botschafter oder Sinnvoll Genießen haben wir dann im letzten Jahr beschlossen, alle Aktionen zu bündeln und eine spezielle Plattform dafür zu bauen. Das Ergebnis ist die besagte Online-Community http://www.hessnatur-Insider.com.

    Liebe Grüße.

    David.

  6. Hallo Katrin,
    Deiner Aussage … das ist alles ziemlich krass … kann ich nur zustimmen. Ich bin seit den 80er Jahren Kundin bei Hess-Natur und bin sehr betrübt über die jetzige Entwicklung . Vor allem, dass wir Kunden/innen durch ständige Sonderangebote und irgendwelche Aktionen von den Abläufen im Hintergrund abgelenkt werden sollen.

    Gruß
    Christin

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